Ostern mit der Familie bewusst feiern

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„Mama, mach bitte die Nr. 12 an“, ruft mein Großer vom Rücksitz. Wir sind auf dem Weg zu meiner Freundin und ich schiebe die Feiert Jesus CD ins Autoradio. Und schon singen wir so laut wir können „Ja, ich glaub an Gott den Vater und an Christus seinen Sohn…“. Im Rückspiegel sehe ich wie die Kinder ihre Hände heben und aus voller Kehle unseren Gott preisen.

Jeden Tag lesen wir mit den Kids einige Bibelverse über die letzten Tage vor Jesu Tod, um uns auf Ostern vorzubereiten. Gestern ging es um den Einzug Jesu in Jerusalem und wie er im Tempel angekommen die Händler und Geldwechsler vertreibt. Genau in diesem Kapitel wird mir ein Vorfall ganz neu bewusst. Meine Kinder sind begeistert, als wir diese Verse lesen und sie besprechen:

„Die obersten Priester und die Schriftgelehrten sahen diese Wunder und hörten, wie die kleinen Kinder im Tempel riefen: »Lobt Gott für den Sohn Davids!« Das erregte ihren Unwillen und sie fragten Jesus: »Hörst du, was die Kinder da rufen?« »Ja«, erwiderte Jesus. »Habt ihr noch nie in der Schrift gelesen? Dort steht geschrieben: `Kinder und Säuglinge hast du gelehrt, dich zu loben.“ Mat. 21, 15-16

Unbeschwert und frei preisen die Kinder den Messias, während die Hohepriester und Schriftgelehrten sich darüber empören. Und was macht Jesus? Er kontert den Bibellehrern mit der Bibel und erinnert sie an den Psalm: Kinder und Säuglinge hast du gelehrt, dich zu loben.

Der Lobpreis der Kinder ist göttlicher Natur. Ihr Schöpfer selbst hat ihnen das Lob in den Mund gelegt. Und diese spontane Ausdrucksweise scheint den Erwachsenen im Tempel Fehl am Platz, übertrieben und unangemessen. Zuhause meist akzeptiert, jedoch für das Gemeindeleben zu laut oder „unordentlich“. Doch die Anbetung der Kinder hat für Gott so eine große Bedeutung, dass sie kurz vor Jesu Tod und Auferstehung in der Bibel noch einmal deutlich gemacht wird. Jeder soll es im Gotteshaus wissen: Kinderlobpreis ist eine Berufung, ein Herzensanliegen Gottes, sein persönlicher Wille. In dieser Karwoche singen wir mit den Kindern jeden Abend ein bestimmtes Lied. Es ist einfach und hat eine tiefe Botschaft: „Hier ist mein Herz“. Ich liebe die Worte und die Melodie. Sie gehen unter die Haut.

Es gibt so viele Möglichkeiten die Karwoche mit der Familie bewusst zu erleben und den Lobpreis der Kinder zu fördern. Doch all die vielen Ideen werden in der Praxis nur dann umgesetzt, wenn das Herz es auch will. Wenn die Passionsgeschichte unpersönlich ist, gibt man ihr auch im Familienalltag keinen Raum. „Womit das Herz voll ist, das geht im Mund über“. Wenn Ostern eine tiefe Bedeutung hat, dann will man mit dem Partner und den Kids darüber reden. Dann werden nicht nur Eier bemalt und Osterkörbchen vorbereitet, sondern Vergebung und Auferstehung besprochen und Gott gemeinsam gelobt.

Luisas Osterweg und Marthas Familienabendmahl haben mich beispielsweise dieses Jahr sehr inspiriert. Da wir diese Woche nicht zu hause verbringen, sind unsere Möglichkeiten bezüglich Deko, Basteleien und Mahlzeiten etwas eingeschränkter. Hier sind unsere einfachen und bewussten Pläne für die Karwoche und das Osterfest:

  • jeden Tag ein Bibeltext gemeinsam lesen und darüber reden
  • aus Naturmaterialen einen kleinen und schlichten Auferstehungsgarten basteln
  • Abendmahl mit der Familie feiern
  • einander die Füße waschen (haben wir noch nie gemacht und ich bin sehr gespannt, wie es wird)

Welche Ostertraditionen habt ihr? Welche weiteren Möglichkeiten gibt es das Osterfest besonders und bedeutend zu feiern? Ich freue mich über eure Ideen und den Austausch in den Kommentaren!

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4 Gedanken zu “Ostern mit der Familie bewusst feiern

  1. Das bewegt mich, was du über den Lobpreis der Kinder geschrieben hast. So treffende Worte hast du gefunden… Danke! Die Idee mit der Fußwaschung werde ich für uns aufgreifen :-) Ich wünsche dir und deinen Lieben ein wunderbares Osterfest! Liebe Grüße, Martha

  2. Historische Details aus der Passionsgeschichte teile ich mit meinem Sohn. Die Auferstehung dagegen nicht. Ich erinnere mich, wie wir ein osterbuch anschauten: zu erst die drei kreuze, dann das leere Grab. Ich versuchte Worte zu finden, weil der Text zu abstrakt war. Ich kam ins Stocken und plötzlich fiel mir auf, dass ich es selbst nicht verstehe. Waren nicht schon immer Menschen nach dem Tod bei Gott? Also auferstanden ?

  3. Lieben Dank für die tollen Anregungen. Den Ostergarten haben wir am Karfreitag nachgemacht und besonders der Mittlere hat danach noch viel gedacht und alles kreativ umgestzt (Jesus am Kreus aus Lego, seitenweise Osterbilder, etc,……) – das war wirklich schön -für uns als Familie!

    1. Liebe Silke, ich freu mich sehr, dass ihr die Inspiration umgesetzt habt. Weil wir unterwegs waren, war unser Ostergarten sehr schlicht. Ich denke zu hause würden die Kinder auch ihre Spielsachen integrieren.

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