Entspannte Mama- entspannte Feier

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Dieses Jahr scheint die 7 eine besondere Zahl bei uns in der Familie zu spielen: der 7. Geburtstag unseres Großen, das Abreisedatum am 7. September und insgesamt 7 Monate werden wir im Ausland verbringen.

7 Jahre wurde unser Sohn am Sonntag und wir haben den Tag ganz groß gefeiert. Und wir sind gut im Feiern. Gebt uns nur einen Anlass! Es war ein wunderschöner Tag mit Familie und Freunden, obwohl mich eine fiese Erkältung plagte. Ich war die mit dem Baby auf dem einen Arm und dem Taschentuch in der anderen Hand. Vielleicht auch um hin und wieder meine sentimentalen Tränchen heimlich weg zu wischen. 7 Jahre!!! Unglaublich. Im Gottesdienst wurde das stolze Geburtstagskind auch noch vom Moderator beglückwünscht und von vielen lieben Menschen aus der Gemeinde anschließend gratuliert.

Auf der Geburtstagsfeier passierten dann einige untypischen Dinge, die ich immer noch kaum glauben kann:

  • Die geladenen Kinder haben bei Mc Donalds zu Mittag gegessen
  • den Geburtstagskuchen habe ich mit Hilfe einer Fertigbackmischung gebacken
  • und beim Kuchenbuffet habe ich kein einziges Obststück serviert

Uuups!

Wir hatten definitv eine Geburtstagsparty mit viel zu viel Zucker, Geschmacksverstärkern und Plastik. Aber auch definitiv ein Fest mit einer entspannten Mama. Und was soll ich sagen. Dieses Jahr war das genau die Art zu feiern, wie wir sie als Familie brauchten.

Also ein Hoch auf Fertigbackmischungen und Fast Food Ketten, die frisch gebackenen Mamis die Geburtstagsfeiern erleichtern.

Unser Spatz denkt so gerne an seinen großen Tag zurück und was bin ich froh, dass ich mich nicht verrückt gemacht habe (okay, ein paar Äpfelchen hätte ich schon noch hinstellen können. Gilt die Stilldemenz als Ausrede?). Daniel war mit den Kids auf der Gokart Bahn und anschließend gab es noch eine tolle Schnitzeljagd. Die Kids haben so viel gelacht und unheimlich viel Spaß gehabt. An diesem Tag wurden Erinnerungen geschaffen. Und ich bin mir sicher, dass mein Sohn in vielen Jahren sich noch an diesen besonderen Tag erinnern wird und einem aufwendigen Kuchen nicht im Geringsten hinterher trauern wird.

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Über meinen Mamaweg und meinen Hirten

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Es ist 20.30 Uhr und alle drei Kinder schlafen. Entweder ich träume gerade, weil ich gerade selber schlafwandel oder wir reden hier von einem Wunder.

Tatsächlich bin ich aber mittelmäßig wach und haue hier gerade in die Tasten (mit einem Finger versteht sich). Keine Ahnung für wie lange. Auf jeden Fall nutze ich die seltene Stille im Haus.

Daniel ist mit seinen Freunden Gokart fahren und anschließend wollen sie noch Burger essen. Er weiß, dass das Treffen in dieser Runde in diesem Jahr nicht noch einmal stattfinden wird. In weniger als 3 Wochen steigen wir in den Flieger.

Einerseits ist bei uns gerade die Zeit der ersten Male. Das erste Lächeln, das erste Bad, ein erster fünf-Stunden-ununterbrochener Schlaf (ein Wellnesserlebnis der Extra-Klasse).

Und dann ist hier auch gleichzeitig die Zeit der letzten Male. Für die kommenden 7 Monate. Der letzte Besuch bei den Großeltern. Das letzte Frühstück mit den Mädels. Die letzte Verabredung mit dem Schulfreund.

Meine Emotionen, ihr Lieben! Das reinste Gefühlschaos, sag ich euch. Und dann steht am Sonntag noch der 7. Geburtstag unseres Sohnes an. Der 7.!!! Ich bin doch erst 20. Wie kann das sein?

Er wünscht sich ein Rennauto-Geburtstag und insgeheim denke ich mir „Das passt ja gut. Denn die letzten sieben Jahre sind an mir wie ein Ferrari vorbei gerast“. Verzweifelt rufe ich „Halt! Boxenstopp“, nur damit meine Stimme im Getöse und der Geschwindigkeit des Alltags unter geht. Das Lebensrad dreht sich rasant schnell. Auch wenn ich erstmal das Gefühl habe mit den Kindern würde ich mich im Schneckentempo bewegen.

Der große Spatz machte mich zur Mutter. Mit seiner Geburt begann ein neuer Weg für mich, der sich überwältigend und richtig anfühlte. Mal war er glatt und asphaltiert, mal steinig und schwer. Aber um nichts in der Welt würde ich es anders haben wollen. Auch wenn nicht jeder Moment meines Mamaseins in der Realität romantisch ist (ich sag nur Schlafentzug und Milchstau) und ich auch mal neben der Spur bin (ich sag nur Ungeduld und Unfrieden) –  weiß ich dennoch auf jeder Strecke: Ich bin nicht allein. Ich kann das. Mein Hirte ist da. Er führt mich zu frischen Ufern. Er zeigt mir den richtigen Weg, um seines Namen Willen.

Darüber hinaus überwiegen einfach die coolen Momente mit den Kids. Wenn wir kuscheln, Lego spielen und picknicken gehen, dann denke ich mir „Wahnsinn, wieviel Spaß Familie macht“. Und ich kann´s nicht hören, wenn man ständig von Trotzphasen spricht und von „wenn-sie-größer-werden-wird-alles-leichter“-Sprüchen. Manchmal frage ich mich ja wer die sogenannte „Trotzphase“ hat. Die Eltern oder das Kind? Wenn Kinder ihre Eltern analysieren könnten, kämen sicherlich „Mediensuchtphase, Kaufrauschphase oder Streitphase“ zu Wort. Und dann wäre es ja noch eine Erleichterung, wenn die Kleinen nur von einer Phase und keinem Dauerzustand ihrer Eltern reden würden.

Jeder Moment meines Mamawegs ist ein Moment der Gnade. Und nur Gnade allein. Dass ich in zwei Tagen einen siebenjährigen Sohn habe, der mich mit seinem Lachen ansteckt und dabei selber Schluckauf bekommt, der sich entschuldigen kann und mit seinem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn die Welt (zumindest meine) verändert, der als Frühaufsteher mich die schönsten Sonnenaufgänge erleben lässt, ist einfach mehr als Gnade. Es ist Gnade über Gnade.

Und wenn heute der Slogan „Enjoy the little things“ angesagt ist, dann will ich sagen, dass er nicht nur auf den Lifestyle bezogen ist, das Nippen am Kaffeebecher oder das entspannte Blättern in der Vogue, sondern vor allem im Hinblick auf jeden noch so kleinen Moment mit meinen Liebsten. Enjoy the little moments with your loved ones, Lena!

Denn diese kleinen Alltagsmomente sind tatsächlich ganz große Wundermomenten. Kostbare Erinnerungen, die ich noch lange in meinem Herzen tragen werde. Momente fürs Einmachglas.

Mein Mamaweg hat meine Persönlichkeit komplett verändert. Und das Gute ist er führt mich immer wieder dazu mich zu hinterfragen. Nicht zu kritisieren und zu entmutigen (auch wenn das der Feind will), sondern zu fördern und zu stärken. Meine Perspektive und meine Prioritäten neu zu fokussieren. Und das Ziel im Blick zu haben.

Ich will nicht rückblickend sagen „Ach hätte ich doch häufiger mit ihm Fußball gespielt. Hätte ich mich doch häufiger von ihr schminken lassen (meine Tochter liebt das!). Hätte ich doch häufiger vom Handy weggeschaut und mein Kind angeschaut.“ Ich will jetzt schon jeden Moment mit meinen Kids genießen, wertschätzen und Gott vertrauen, dass er uns führt. Durch Höhen und Tiefen. Heute und Morgen. Einfach immer.

Dem Geburtstagskind geben wir auf seiner Rennautoparty diesen Psalm mit. Und ich hoffe, ich kann euch auch damit ermutigen. Denn er hat keine Altersbeschränkung. Und gilt für jede Situation deines Lebens:

Der Herr ist Dein Hirte, Du hast alles, was Du brauchst.

Er lässt Dich in grünen Tälern ausruhen, er führt dich zum frischen Wasser.

Er gibt Dir Kraft. Er zeigt Dir den richtigen Weg um seines Namens willen.

Auch wenn Du durch das dunkle Tal des Todes gehst, fürchte Dich nicht, denn ER ist an Deiner Seite. Sein Stecken und Stab schützen und trösten Dich.

ER deckt Dir einen Tisch vor den Augen Deiner Feinde. ER nimmt Dich als Gast auf und salbt Dein Haupt mit Öl. ER überschüttet Dich mit Segen.

Seine Güte und Gnade begleiten Dich alle Tage Deines Lebens, und Du wirst für immer im Hause des Herrn wohnen.

Nach Psalm 23

Der besondere Sommer

 

DSC_0711-01Seit genau einem Monat habe ich Zuckerwatte im Kopf, sehe ich überall Muttermilch getupfte Wäsche und übe mich in der Nachtschicht. Diese kann ich Gott sei Dank mit Daniels Unterstützung ganz gut meistern, doch ich sag‘s euch, morgens wache ich so übermüdet auf, als hätte ich die ganze Nacht durch gefeiert.

Der Juli ist schnell vergangen, obwohl der Rhythmus unseres Sommers ausgesprochen langsam ist. Sehr langsam. Ich habe kaum Termine und meine Aufgaben bestehen im Stillen, Spielen und Spazierengehen. Immer häufiger übernehme ich auch das Kochen aber weil wir das Glück haben mit meinen Eltern unter einem Dach zu wohnen, werden wir gerade häufig von meiner Mama kulinarisch verwöhnt.

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Gleichzeitig ist die Dynamik unseres Familienalltags keineswegs piano. Hallo, wir sind eine fünfköpfige Familie und selbst das zarte Stimmchen unseres kleinsten Familienmitglieds entwickelt innerhalb von Sekunden ein Crescendo, bei dem wir alles sofort liegen lassen, um es auf den Arm zu nehmen. Doch meist schläft es selig wie ein Känguru Baby in seinem Tragetuch, dessen Erfinder ich mein Lebtag danken werde.

Aufgeratschte Knie, Legofasziniation und Fahrradtouren stehen auch für diese Sommerzeit. Unsere beiden Großen unternehmen viel mit Daniel, gehen spät ins Bett und scheinen im letzten Monat viel zu schnell gewachsen zu sein. Ende August werden wir den 7. Geburtstag unseres Großen feiern und ich befürchte im nächsten Augenblick steht schon seine Abschlussfeier auf der weiterführenden Schule an. Daher will ich umso mehr den Moment mit meinen Lieben genießen.

Die vielen schönen Glücksmomente, wie auch die kräftezerrenden Situationen im Familienalltag will ich festhalten. Gemeinsamer Lobpreis auf der Couch, Geschwisterstreitigkeiten, endlose Küsse und Meinungsverschiedenheiten mit meinem Liebsten. Das ist unser Alltag. Und wie warm und wunderbar die Kennenlernzeit mit unserem Babysohn ist, meine Natur sorgt regelmäßig für Unfrieden zuhause.

Mit ganz viel Liebe und Geduld will ich für meine Lieblingsmenschen da sein, doch immer wieder holt mich die Realität ein. Ich würde es gern auf die Hormone schieben, den Schlafmangel oder das Regenwetter, kann ich aber nicht. Es liegt an meinem Herzen. Und dafür brauche ich einfach Jesus. Immer wieder war ER es in den letzten Wochen, der hier für Vergebung sorgte. Und dafür bin ich ihm so unglaublich dankbar.

Der graue Schleier des Alltags hat uns immer noch nicht erreicht. Gerade kommt zwar so etwas wie Normalität in unseren Alltag, doch nach dem „Abenteuer: Ankunft des Babys“ steht schon das „Abenteuer: Ausland“ vor der Tür und klingelt immer lauter. Ich nehme es zwar war, doch um eins zwei Wochen will ich es noch ignorieren und in unserer Babyblase leben. Daniel ist da viel pragmatischer, verkauft zur Zeit unser Auto und kümmert sich um die Packliste. Habe ich euch schon erzählt, dass es eine kleine Planänderung gibt? Sie nennt sich Amerika und hat sich zu unseren Reiseplänen gesellt. Nun geht es also nach Israel und die USA.

Ich kann nicht glauben, dass ich diesen Beitrag geschafft habe eben zu schreiben.

Liebste Grüße, eure Lena