Küssen statt Klapsen- meine Kids sind unschlagbar

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Als christliche Mama sehe ich mich in der Verantwortung meine Kinder liebevoll und geborgen zu begleiten. Daher bin ich gegen jegliche Form von körperlicher oder seelischer Bestrafung in der Erziehung und berufe mich dabei auf Jesu Vorbild und das deutsche Grundgesetz.

  1. Jesus schützt die Kinder

Jesus hat das Gesetz erfüllt und fasst es folgendermaßen zusammen:

Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben, von ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken! Das ist das erste und wichtigste Gebot. Ein weiteres ist genauso wichtig: `Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Alle anderen Gebote und alle Forderungen der Propheten gründen sich auf diese beiden Gebote“ (Mt. 22).

In Bezug auf seinen Umgang mit Kindern, entdecke ich, wie herzlich, mitfühlend und gütig Jesus ist. Er steht für sie ein, segnet sie, nimmt sie liebevoll auf den Arm und begegnet ihnen auf Augenhöhe (Mk. 10 13-16). Ich lese allerdings nirgends davon, dass er den Kindern einen „Klaps“ gibt, sie buchstäblich schlägt oder die Eltern dazu ermutigt. Weil Jesus mein Vorbild ist, möchte ich von seiner Haltung lernen. Warum sollte ich etwas tun, was er nicht tut?

Wisst ihr, bei Gott ist es so: Wenn ich ihm gegenüber ungehorsam bin, darf ich mich bei ihm entschuldigen und er vergibt mir. Gott geht soweit, dass er nach mir sucht, mich auf seinen Schultern nach Hause trägt und sich über meine Buße freut (Lk. 15, 4-7). Diese gute Nachricht der Gnade darf ich nun als Mutter jeden Tag auf praktische Art und Weise meinen Kindern vorleben, in dem ich sie bedingungslos liebe.

Es gibt einige Bibelstellen insbesondere im Buch der Sprüche (z.B Spr. 13,24; 22,15 etc.), auf die sich Eltern berufen, wenn sie „Klaps“ und Co rechtfertigen. Dies ist sehr bedauerlich, denn die symbolische und poetische Sprache des Weißheitsbuches muss auch als solche verstanden werden. Sonst würde ich beispielsweise einen biblischen Beleg dafür haben Verzweiflung und Trostlosigkeit mit Alkohol zu stillen (Spr. 31, 6f.). Lebensformen und Gewohnheiten des alten Vorderorients müssen also in ihrem kulturellen Kontext betrachtet werden. Wir opfern ja heute auch keine Tiere mehr, steinigen einander nicht, sobald Untreue im Spiel ist und unterliegen nicht mehr den Reinheitsgeboten.

Dem gegenüber stehen zeitlose Gebote Gottes, die auch heute noch ihre absolute Gültigkeit haben. Wenn christliche Eltern nur das „Liebt- einander- Gebot“ oder das „Gehet- hin- in- alle- Welt- Gebot“ so ernst nehmen würden, wie einzelne Weißheitssprüche des Alten Orients, hätten wir heute viel mehr Frieden unter den Gemeinden, mehr Missionare in der Welt und weniger Leid in den Familien.

Wisst ihr, die hebräische Übersetzung für das biblische Wort „Züchtigung“ lautet „Erziehung, Korrektur“. Ich verstehe in diesem Kontext, dass ich meine Kinder bei Fehlverhalten korrigieren soll. Diese Korrektur will ich als christliche Mama friedlich umsetzen. Ich will mich bei der Erziehung meiner Kinder an Jesu Wesen orientieren und natürlich klappt das im Alltag nicht immer so geduldig aber ich versuche es von ganzem Herzen. Körperliche Bestrafung ist dabei schlichtweg keine Option. Vielmehr wähle ich ein Gespräch, eine Erklärung, eine Begründung warum man etwas darf und etwas nicht. Wenn in der Bibel die Rede von „Rute“ in Bezug auf Erziehung steht, ziehe ich dafür die hebräische Übersetzung „Hirtenstab“ heran. Wie ein Hirte mit seinem Stab die Schafe vor Gefahren schützt, will ich meine Kinder beschützen und ihnen liebevoll Orientierung im Alltag geben.  König David sagt in dem bekannten Psalm 23 über Gott, unseren guten Hirten. „Ich fürchte kein Unglück, denn du bist bei mir. Dein Stecken und Stab trösten mich.“ Jesus greift das Bild des guten Hirten im Neuen Testament auf, weil ihm diese Charakterisierung wichtig ist. Denn er möchte uns mit dieser Botschaft ganz deutlich sein Wesen veranschaulichen. Ich wünsche mir von Herzen, dass meine Kinder Jesu Art der Vergebung durch mein Verhalten im Alltag ein Stück weit erkennen.

  1. Das deutsche Grundgesetz schützt die Kinder

Kinder werden außerdem durch unser deutsches Grundgesetz geschützt. Die Botschaft ist unmissverständlich:

„Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig“.

§1631 BGB ist kein Vorschlag, sondern ein Gesetz. Als deutsche Staatsbürgerin bin ich hier verpflichtet Gehorsam zu leisten. Und wisst ihr was? Ich mache nichts lieber, als das ich meine Kinder alle Liebe schenke, die ich in meinem großen Mamaherz besitze. Küsse statt Klapser. Und wenn sie mich mal zu sehr herausfordern, darf ich Gott jederzeit um Geduld bitten oder um kreative Möglichkeiten ihr Verhalten zu korrigieren. Ich bin so dankbar, dass ich Mutter sein darf und ich betrachte es als riesen Geschenk meine Kinder groß zu ziehen. Es ist eine sehr wichtige Aufgabe und eine unglaublich große Möglichkeit ihre kleinen Herzen mit Liebe und Gnade zu füllen.

Lasst uns unsere kostbaren Kinder schützen, ihr Lieben!

Segensgrüße,

Lena

18 Gedanken zu “Küssen statt Klapsen- meine Kids sind unschlagbar

  1. Das hast du gut erläutert liebe Lena! Ich sehe das genauso und finde es so wichtig, zu einem Umdenken anzuregen! Schade, dass vor allem unter den Christen so ein Bild herrscht. Gott hat mich noch nie geschlagen. Wozu auch? Damit ich ihm hörig bin, aus Angst heraus? Ich glaube nicht. Und genauso wenig sollten die Kinder lediglich aus Angst auf ihre Eltern hören, sondern aus Vertrauen.

    1. Vielen Dank, liebe Katha, für deine Sicht der Dinge und dein Feedback! Möge Gott uns einfach jeden Tag aufs Neue Weisheit bei der erziehung unserer Kids geben!

  2. Dieses Thema liegt mir sooo am Herzen! Danke, danke, danke für diesen Artikel! Noch immer ist es oft so, dass Christen als Menschen gesehen werden, die streng zu ihren Kindern sind und sie vielleicht sogar schlagen. Dabei sollten wir die Vorreiter sein, wenn es um gewaltfreie, wertschätzende Erziehung geht! Wer Jesus nachfolgen und Gewalt anwenden – das passt nicht… Im Rahmen der Blogparade „Christliche Erziehung heute“ habe ich vor einem Jahr auch das Thema Gewalt (mit) aufgegriffen. https://familienlebenmitgott.wordpress.com/2017/03/12/gibt-es-eine-christliche-erziehung/ Liebe Grüße, Martha

    1. Liebe Martha, ich werde mich mal auf deiner Blogparade umsehen und deine Gedanken dazu lesen. Wir sollten einander ermutigen und gute Tipps und Gedanken weiter geben. Wir sind alle im selben Boot und wünschen für unseren Nachwuchs nur das beste!
      Liebste Grüße, Lena

  3. Liebe Lena, danke für diesen Artikel. Sehr interessant, dass im Hebräischen Hirtenstab statt Rute steht. Da fällt mir W. Phillip Keller ein, der schreibt, der Stecken oder Knüppel wird auch als Waffe zur Verteidigung und zur Zurechtweisung genutzt, der Hirtenstab (der Lange mit dem gebogenen Ende) wird nie zum Schlagen verwendet, sondern um ein Lamm aufzurichten und auf die Beine zu stellen, ein scheues Tier einzufangen, um es untersuchen und verarzten zu können und um die Schafe durch einen sanften Druck auf die Flanke auf den richtigen Weg zu leiten.

    1. Danke, liebe Jojo, für dein Feedback. Es war für mich doch etwas herausfordernd meine Gedanken zu formulieren, denn es gibt noch so viele andere Punkte, die ich ergänzen möchte.

      1. Das glaube ich, das ist ein riesen Thema. Entschuldige, wenn mein Kommentar falsch rübergekommen ist. Ich war einfach sehr erfreut statt „Rute“ in dem Vers „Hirtenstab“ zu lesen, denn das spricht ja schon gegen den Gebrauch damit zu schlagen. Da hab ich mich nicht so deutlich ausgedrückt.

  4. Liebe Lena,

    danke, dass du den Sprüche-Vers so für uns auseinander gepusselt hast! Er gehört definitiv zu den Versen in der Bibel, an denen ich am härtesten zu knabbern habe…

    1. Ja, liebe Anna, solche Verse sind auch auf dem ersten Blick unglaublich schwer zu verstehen und müssen deshalb immer im Kontext gesehen werden. Wir können nicht einzelne Verse rauspicken und ein Verhalten damit erklären. Das geht nicht. Liebste Grüße, Lena

  5. Deinen Text will und ja, kann ich bejahen. Wie erziehe ich aber Kinder, die sich und andere durch Ungehorsam in lebensbedrohliche Situationen bringen, z.B. reissen sich los um auf die Strasse zu rennen, verletzen andere Kinder beim wilden Spielen etc. Manchmal hilft gutes Zureden, Kuessen usw. einfach nicht.

    1. Danke, liebe Alwine für deinen Kommentar! Ja, manchmal werden wir mit herausfordernen Situationen konfrontiert. Und dann will ich meinen Kids deutlich zeigen, dass etwas nicht geht. Ich möchte noch einen weiteren Artikel verfassen mit ein paar praktischen Tipps, die bei uns gut funktionieren. Ich hoffe ich komme dazu bald.
      Gefährliche Situationen sind schlimm. Dann gehen wir sofort dazwischen, sagen ausdrücklich Nein zu dem Verhalten und reflektieren das Verhalten im Gespräch auf Augenhöhe. Verletzungen können aber nicht mit Verletzungen bestraft werden. Das lehrt die Kinder auch auf diese Weise mit Problemen umzugehen. Denn sie ahmen uns nach.
      Wir brauchen alle so viele Weißheit bei der Erziehung. Möge Gott uns dabei gnädig sein!
      Liebe Grüße, Lena

  6. gerade hier ist ’spanking‘ weit verbreitet, und als Grund wird angegeben: Gott will dass wir die kinder erziehen. Wobei ich bezweifle dass Gott möchte, dass wir unsre Kinder schlagen, weil sie zum Beispiel zurück geredet haben. Für mich steht fest, ich möchte meine Kinder liebevoll erziehen, ja, auch zurechtweisen, gerade wenn ihre eigene Sicherheit im Spiel ist. aber schlagen? Nein. Nein. Nein. Gott diszipliniert uns ja auch, aber geschlagen wurde ich noch nie von ihm!
    danke Lena, dass du dich mit dem Thema auseinander gesetzt hast!

    1. Das Problem ist auch, dass so viele amerikanische Erziehungsbücher mit dieser Ideologie ins Deutsche übersetzt werden und hier so sehr verbreitet sind. Spanking- was soll das? Ach, Ich verstehe das nicht. So gut Lisa, dass du dich jetzt schon damit auseinander setzt. Liebste Grüße Lena!!!

  7. Hallo Lena,
    Das lese ich tatsächlich jetzt zum ersten Mal so und finde es toll! Bin selber mit viel Gewalt aufgewachsen und bin bis zum 16./17. Lebenjahr jedes Mal zusammen gezuckt, wenn mein Papa den Arm gehoben hat (wenn auch nur um sich zu kratzen). Habe noch keine eigenen Kinder, aber beschäftige mich damit wie wir das wohl machen werden weil ich nicht möchte, dass meine Kinder so eine Beziehung zu meinem Mann haben. Hast du denn praktische Beispiele wie das bei euch aussieht? Oder wie man es sonst löst? Was ist wenn sie klauen, schreien, andere beißen, lügen? Bin gespannt auf deine Antwort

    Liebe Grüße,
    Anna

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