Sein Friede in meinem Alltag

538A4001Ich finde das Wort Gelassenheit hört sich schon lässig an. Es vermittelt Ruhe und irgendwie auch Zufriedenheit. Es klingt nach einer stressfreien Zone, nach einer Schaukel in den Bergen, auf der ich Füße und Seele baumeln lassen kann. Es mögen dunkle Wolken aufziehen und windig werden aber meine innere Ruhe lässt sich davon nicht beeinflussen. Gleichzeitig bin ich auch nicht gleichgültig. Ich sehe das Unwetter kommen, ich bin präsent und aufmerksam. Aber mein Stresspegel schießt nicht so schnell in die Höhe, wie der Blutzuckerspiegel nach einer Tafel Schokolade.

Wie werde ich denn innerlich gelassen, so dass ich nicht immer vom Schlimmsten ausgehe, so dass ich beim nächsten kritischen Kommentar nicht wieder total traurig werde oder beim nächsten Fehlverhalten von mir nicht grenzenlos enttäuscht bin?

Gelassenheit ist kein Produkt, das ich im aktuellen Aldi Prospekt entdecke und am Montag darauf im überfüllten Discounter kaufen kann. Gelassenheit ist eine Folge, ein Resultat, etwas das entsteht. Wie zum Beispiel ein leckerer Kuchen.

Eine entscheidende Zutat ist der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft (Phil. 4,7).

Immer wenn du entmutigende Gedanken hast, muss du wissen: Sie sind vom Feind. Die sollen dich zerstören, dich unterkriegen, dich beängstigen. Gott ist da anders. Sein Ziel sind Gedanken des Friedens:

Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung.“ Jeremia 29,11.

Dein Stress sagt dir „Du kannst es nicht, du bist nicht gut genug, die Aufgabe ist zu schwer“. Gottes Shalom sagt dir: „Nur Mut, vertraue auf mich, ich habe alles in der Hand!“

Gerade als Mama von drei Kindern, erlebe ich tagtäglich emotionale Achterbahnfahrten. Mal sind hier alle gut drauf, mal alle übermüdet, enttäuscht, verletzt oder überglücklich. Ich erlebe gefühlt hundert Mal am Tag Beinahe-Unfälle und Momente der Überforderung. Ich durchlebe Ängste und Selbstzweifel und gelassene Reaktionen empfinde ich schwerer als 100 Liegestützen. Daher weiß ich eins: Diesen übernatürlichen Frieden brauch ich. Diesen Jesus will ich.

In Johannes 14, 27 verspricht mir Jesus seine Frieden. Und ich nehme ihn beim Wort:

„Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.

Auch wenn es traumhaft wäre, mal in den Alpen auf einer Aussichtsschaukel die Füße und Seele baumeln zu lassen, ist diese Vorstellung für mich fernab jeglicher Realität. Ich habe kleine Menschen um mich herum, die mich brauchen, die mich fördern und fordern. Hier will ich präsent sein in meiner kleinen Welt. Hier will ich eine Atmosphäre des Friedens schaffen. Um bei meinen Herausforderungen friedlich zu reagieren, brauche ich Seine Quelle. Seinen Geist.

Gelassenheit ist daher unabhängig von Ort und Zeit, sie gründet vor allem in Gottes tiefem Frieden, in der Frucht des Heiligen Geistes und dieser ist nicht nur im Urlaub erhältlich. Ganz im Gegenteil, gerade im Stress des Alltags, ist sein Shalom so mächtig. Und gibt mir eine göttliche Alternative zur üblichen menschlichen (Über-)Reaktion.

Segensgrüße, Lena

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Ein Blech voll Erdbeerglück

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Es sind die kleinen Dinge, die den Alltag versüßen. Die kleinen Gesten, die einander Wertschätzung zeigen. Und im gestrigen Fall der einfache Erdbeerkuchen, mit dem ich dem Kindergarten eine Freude machen konnte.

Natürlich hat er mir ein wenig Zeit gekostet. Nachdem wir die Maus zum Kindergarten gebrachten haben, kauften das Babybärchen und ich erstmal frische Erdbeeren ein. Ich nutzte seinen Vormittagsschlaf und genoss die seltene Ruhe in der Küche. Ich kann ja beim Kochen und Backen richtig gut entspannen, wenn ich nur ein ruhiges Zeitfenster dafür finde. Dann höre ich dabei gerne Lobpreislieder, eine Online Predigt oder ein Podcast. Und machmal will ich einfach nur im Moment sein. Ohne Input, ohne komplizierten Gedanken. Einfach machen und Spaß daran haben.

Nach einer Weile verbreitete sich der angenehme Geruch vom Erdbeerkuchen in meiner kleinen Küche. Da stand es nun – das Blech voll Erdbeerglück. Bereit um Abgegeben zu werden. Bereit, um zu segnen. Bereit um Freude zu verbreiten.

Beschenken ist schon was Feines, findet ihr nicht auch?

Segensgrüße,

Lena

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10 Monate Babybärchen

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Ich bin ja der Meinung typische Spielsachen für die Kleinen sind eher da, damit man etwas zum Verschenken hat. Wäre ja auch etwas seltsam, wenn man dem neuen Erdenbürger einen Schneebesen schenkt. Es gibt nur eine Sache mit der unser Jüngster über mehrere Wochen täglich spielte und das ist diese süße kleine Giraffe. (Amazon-Partnerlink)

Unser Babybärchen liebt alle Haushaltsgegenstände, die Sachen seiner großen Geschwister und Schuhe! Sein Korb mit Püppchen, Holzauto und Motorikschleife im Wohnzimmer steht nur zur Deko da. Am liebsten entdeckt er die Schränke, räumt alle Schubladen aus und sorgt dafür, dass es hier aussieht, wie in der Werkstatt von Petterson und Findus. Da ich kaum Plastik in der Küche habe, hantiert er dort mit Edelstahl-Schüsseln, Kochlöffeln und Töpfen rum, knabbert am Obst und zieht alle Tücher und Stoffservietten aus seinem Lieblingsfach. Ein Fach mit zahlloser Tupperware wäre bestimmt das reinste Spieleparadies für ihn. Jackelino in Miniformat. Während ich also eine Mahlzeit vorbereite, genießt er jede Sekunde seiner Entdeckungsfreiheit.

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Flink ist unser Baby. Sobald die Tür zum Balkon auf ist, ist er zur Stelle. Jede geöffnete Tür ist für ihn, wie für mich ein neues Buch: der Zugang zu einer spannenden Welt. Am liebsten krabbelt er unter dem Tisch herum, zieht sich an Stühlen und Sesseln hoch und steckt sich jeden kleinen Krümmel in den Mund. Manchmal vergisst er sogar sich für einige Sekunden festzuhalten und steht seelenruhig da und erforscht einen Gegenstand. Am liebsten ist er im Garten, wo er einfach auf der Wiese krabbeln kann und das Gras in seinen Händen spüren kann. Er liebt die Babyschaukel und quieckt vergnügt, wenn seine Geschwister ihn anschaukeln.

Wenn er Amma, Mama oder Bapa sagt, macht er uns alle so unheimlich glücklich. Die ersten Worte sind was ganz besonderes. Da kann der Morgen noch so früh beginnen aber wenn du diese beiden Silben hörst, spürst du schon die warmen Sonnenstrahlen, obwohl die Sonne noch nicht aufgegangen ist. Wann fangen wir eigentlich an, das als selbstverständlich hinzunehmen?

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Mittlerweile stille ich ihn nur noch morgens, abends und ein Mal in der Nacht. Es ersetzt aber keine Mahlzeit und beruhigt ihn vielmehr. Häufig püriere ich ihm frisches Obst und gebe etwas Haferflocken oder Schmelzflocken aus Vollkorn hinzu. Zu Mittag nehme ich etwas von unserem Essen zur Seite und püriere es etwas, da ihm größere Stückchen noch unangenehm sind. Das klappt ganz gut und er sitzt gerne mit uns am Tisch und lässt sich sein Essen schmecken. Sonst liebt er Haferflocken- oder Grießbrei zum Abend. Wenn wir unterwegs sind, nehme ich in Marmeladengläsern etwas Vorgekochtes mit aber ich habe auch kein Problem mal fertige Babynahrung dafür zu kaufen. Ich finde das ist so ein bisschen wie Fast Food bei uns Erwachsenen. Ausgewogenes und gesundes Essen gibt es zu Hause und ab und zu ist eben unterwegs auch mal ein (Veggie) Burger bzw. ein Gläschen drin.

Generell bin ich beim dritten Kind jetzt viel gelassener, als noch beim Ersten. Ich bin vor allem mit mir selber sehr viel gnädiger und lasse mich nicht vom gesellschaftlichen Druck stressen. Das liegt daran, dass ich die Entwicklungsschritte meiner Kinder nicht bewerte und mich als Mutter ebenso wenig. Mein Baby darf einfach Baby sein, die Welt entdecken und ich will ihn dabei liebevoll umsorgen. Dabei muss es keine bestimmten Schlaf,- oder Essgewohnheiten und bestimmte motorische Fähigkeiten haben. So wie es klappt, klappt es wunderbar und alles kommt schon zur seiner Zeit. Gleichzeitig darf ich einfach eine Mama sein, die ihre Kinder liebt und für sie betet. Dabei brauche ich nicht die endlosen Erwartungen anderer erfüllen und mir dadurch meine Mutterschaft vermiesen lassen. Nein, ich will dieses Geschenk von Gott genießen! So wie es für uns als Familie passt. Und ich sag‘s euch, diese Überzeugung macht unendlich frei.

Segensgrüße,

Lena

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Erfahrungsbericht: Elternzeit im Ausland und Daheim

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10 Monate Babybärchen bedeuten 10 Monate Elternzeit. Eine besondere, wertvolle Phase für unsere Familie, die mit dem heutigen Tag endet. Zwei Elternteile, die für ihre Kinder monatelang rund um die Uhr da waren- eine Zeit, die mich ein bisschen an die Merci-Pralinen-Packung erinnert. Ich könnte alle Sorten im Nu verschlingen, aber die Marzipanpraline mag ich lieber nicht haben. So blicke ich auf die Elternzeit von Daniel zurück. Der Großteil dieser Zeit war unglaublich schön aber es gab auch diese Momente mit Marzipangeschmack.

Für Daniel geht es zurück in die Realität, zurück in die Arbeitswelt. Und ich frage mich, wie ich am Montagmorgen den großen Spatz rechtzeitig zur Schule verabschieden soll, während das Babybärchen und ich die Maus in den Kindergarten begleiten werden. In den letzten Monaten hatte ich immer Daniel an der Seite. Einer, der anpackt, unterstützt und mithilft. Das wird auch in Zukunft so sein, nur leider erst nach Feierabend.

Die Elternzeit war für unser Familie sehr bereichernd. Und doch kostete sie uns eine ganze Menge. 15000 Euro gab es weniger auf dem Konto. Auf diese Summe mussten verzichten, da das Elterngeld geringer ausfällt, als die regulären monatlichen Bezüge. Als ich diese Zahl hörte, musste ich erstmal schlucken. Das ist der monetäre Verlust. Doch gleichzeitig weiß ich auch um das hohe Einkommen der immateriellen Werte. In der Überraschungstüte unserer gemeinsamen Elternzeit versteckten sich nämlich richtig wertvolle Luxus-Geschenke, so wie in den 100 000 Euro teuren Goodybags der letzten Oskarverleihung: intensive Mama/Papa/Kind-Zeiten, Reisen und Abenteuer, endlos lange Leseabenden, die Vertiefung der familiären Beziehungen, tiefgehende Gespräche über Jesus und seine Welt und die Entschleunigung des Alltags.

Wir hätten die Elternzeit theoretisch auch für einen Hausbau nutzen können. Bei drei Kindern wird die Wohnung nämlich immer enger. Und ich hätte auch nach meiner Promotion eine Arbeitsstelle suchen können, während Daniel die Kinder betreut. Doch wir wollten so viel gemeinsame Zeit wie möglich in die Familie investieren. Und wir wollten nochmal reisen. Diese beiden Gründe führten dazu, dass Daniel sich 10 Monate Elternzeit nahm. Als Lehrer ist er Gott sei Dank!!! sehr flexibel. Ich weiß, dass es viele andere Arbeitnehmer leider nicht so einfach haben, die theoretisch ein Rechtsanspruch darauf haben, aber praktisch mit Nachteilen bei der Rückkehr rechnen müssen.

Da wir insgesamt 7 Monate im Ausland verbrachten, war es eine außergewöhnliche Elternzeit. Deshalb trenne ich diese Zeit in drei Phasen, die sich enorm voneinander unterscheiden: Die Neugeborenphase, die Auslandsphase und die Daheimphase.

Neugeborenenphase /2 Monate

Mit der Geburt unseres Babys trat Daniel seine Elternzeit an. In seiner Schule fanden gerade die Notenkonferenzen statt, während wir zum dritten Mal Zeugen eines Riesen-Wunders wurden. Es war eine süße und emotional herausfordernde Zeit und es tat gut Daniel als große Stütze jederzeit bei uns zu haben. Es waren gerade Sommerferien und er betreute die großen Kinder, unternahm viel mit ihnen, verkaufte unser Auto und packte langsam die Koffer.

Auslandsphase/ 7 Monate

Wir reisten nach Israel und Amerika für mehrere Monate und diese Zeit bleibt für uns einfach als großes Familienabenteuer in Erinnerung. Wir übernachteten in der Wüste, ritten auf Kamelen, schwammen mit einem Delphin, beobachten mehrmals den Himmel über den Wolken, lebten von Hummus und Falafel, Pancakes und Apple Pies. Unsere Kinder nutzen heute noch hebräische und amerikanische Wörter im Alltag – vorzugsweise „Ani Beseder (hebr. mir geht’s gut)“, „kol hakavod“ (hebr. Wow- Alle Achtung!)“ und „Thank you“ oder „I love you“. Der große Spatz hat seitdem richtig viel Spaß im Englischunterricht und die Maus will immer wieder neue Worte in den jeweiligen Sprachen lernen. Für Daniel und mich war diese Zeit unglaublich spannend. Wir liebten das Reisen, die Unabhängigkeit, das Abenteuer. Gleichzeitig brauchten wir auch eine gewisse Struktur für die Kinder, da wir die Großen beschulten und sie rund um die Uhr betreuten. Wenn wir unterwegs waren, hatten wir Abwechslung und Action. Wenn die Tage ruhig waren, wurde es manches Mal zu eng, so fast ohne soziales Netzwerk. Obwohl wir in Amerika und Israel kostenlos leben konnten (alles unbeschreiblich große Gaben Gottes), mussten wir trotzdem auf unsere Ersparnisse zurück greifen. Die Lebenskosten in diesen Ländern sind einfach viel höher, als in Deutschland.

Daheimphase/ 1 Monat

Dieser letzte Monat war das, was für die meisten vielleicht die typische Elternzeit ist. Unsere Großen wurden vormittags betreut und Daniel und ich konnten uns vormittags ausschließlich um unser Baby kümmern. Daniel ist gerne mit ihm Schwimmen oder Spazieren gegangen, machte Fahrradtouren und kümmerte sich um viele Aufgaben im Haushalt. Wir konnten in dieser Zeit in Deutschland wieder ankommen, hatten viel Zeit für Freunde und Familie, gingen vormittags immer mal wieder frühstücken, stellten die Möbel um, holten Arztbesuche nach und erledigten den Papierkram.

Als unser großer Spatz nach den Ferien vor der Klasse gefragt wurde, was der schönste Moment im Ausland war, hätte er so viele interessante Begebenheiten aufzählen können. Er antwortete aber begeistert: „Ich habe mich in Jerusalem bekehrt. Das war das Schönste!!!“. „Aber ich denke du bist schon gläubig“, fragte seine Lehrerin erstaunt? „Ja, aber ich wollte die Entscheidung fest machen. Und danach kommt die Taufe!“, antwortete mein Sohn. Ich war so verblüfft, als ich davon mitbekam. Ich bin so stolz auf meinen Großen. Ich dachte darüber nach und ich glaube die Elternzeit von Daniel war so wertvoll auch im Hinblick auf das geistliche Wachstum unserer Kids. Wie häufig unterhielten wir uns über Jesus, lasen die Geschichten, beteten zusammen. Wir besuchten unterschiedliche Gemeinden, lernten die Bibel neu schätzen und trafen so viele andere gläubige Menschen im Ausland. Das machte was mit unseren Herzen und mit denen unserer Kinder.

Die 10 monatige Freistellung nach der Geburt war für uns die absolut richtige Entscheidung. Wir würden es genauso wieder machen und werden für immer diese besondere Zeit in guter Erinnerung behalten. War sie leicht? Nein, nicht immer (siehe hier). War sie für uns als Familie richtig? Absolut! Die Elternzeit hat unsere Beziehung miteinander vertieft und unsere Ehe erfrischt. Die Zeit im Ausland hat uns Spannung gebracht und viele wertvolle interkulturelle Erfahrungen. Deswegen würden wir immer wieder in diese Merci Packung investieren, auch wenn sich Marzipan in der Finest Selection verbirgt.

 

Segensgrüße, Lena

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Unsere Rosenhochzeit in Amsterdam

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Wir hätten die zahlreichen Sehenswürdigkeiten aufsuchen können und die weltberühmten Museen besuchen können, doch Daniel und ich schlenderten einfach mit unserem Babybärchen in der Trage an den Grachten entlang, bewunderten die vielen hübschen Hausboote und genossen deftige und herzhafte Pannekoeken.

Wir fuhren am Donnerstag mit dem Zug in Amsterdam ein, als die Holländer sich goedemiddag wünschten. Nachdem wir im Hotel eincheckten, zog es uns sofort auf die Straßen und ich freute mich sehr endlich mal diese wundervolle Stadt zu entdecken. Außerdem hatten wir auch nicht so viel Zeit, denn am Freitagvormittag sollte diese schöne Reise schon wieder vorbei sein.

Wir bestaunten die beeindruckenden Fassaden der alten Häuser, schauten in die vielen gemütlichen Straßencafés rein und ließen die äußerst entspannte und lockere Wohlfühlatmosphäre dieser Hauptstadt auf uns wirken. Ich mag den Stil der Holländer ja sehr und mich faszinieren die liebevoll dekorierten Fenster, der Urban Jungle Look vieler Hausboote und der Streetstyle unserer Nachbarn. Kunst entdeckt man in Amsterdam also nicht nur im Van Gogh Museum, sondern auch auf der Straße. Zeitgenössische Kunst sozusagen. Ich habe mich in diese Stadt verliebt und frage mich, warum ich hier nicht schon viel eher war.

Am Abend aßen wir in einem kleinen süßen Restaurant mit holländischer Küche. Die Kellnerin verkörperte für mich den Flair dieser Stadt, als sie zu uns sagte „We are easy going, feel free here“.  Französische Kanadier speisten neben uns und als sie erfuhren, dass wir unseren 10. Hochzeitstag feierten, bestellten sie extra Getränke, um mit uns auf dieses Ereignis anzustoßen. Nett, oder?! Während unsere Pfannkuchen mit Ziegenkäse und Spinat vorbereitet wurden, nahmen Daniel und ich uns an die Hand und dankten Gott für die letzten 10 Jahre. Wir staunten wie Gott uns führte, wieviel Geduld er mit uns hatte und wie gut er uns versorgte. Wir fragten uns, was wir besser machen möchten und ob wir die letzten Jahre auch so nochmal wiederholen würden. Der Austausch war total interessant und es tat gut sich mit diesem Städtetrip eine Auszeit zu nehmen und in die Ehe zu investieren.

Unser Baby war von den vielen Eindrücken wahrscheinlich so müde, dass es die ganze Nacht durchschlief und wir gegen 6 Uhr am nächsten Morgen alle aufwachten und das Gefühl hatten, wir hätten noch nie so lange ausgeschlafen. Oder es wollte uns einfach ein Geschenk zum Hochzeitstag machen. War es noch am Vortag strickjackenwarm, so wurde es nun T-shirtwarm. Wir verließen nach einem reichhaltigen Frühstück das Hotel, als die Straßenkehrmaschinen unterwegs waren, Eltern ihre Kinder auf den vorderen Gepäckträgern zu den Kindergärten fuhren und die Flohmarktverkäufer ihre Stände füllten. Die Sonne lachte, die Schulklassen sammelten sich vor dem Anne Frank Haus und wir flanierten wie viele andere Touristen durch die Straßen, besuchten den schwimmenden Blumenmarkt, bevor es dann schon wieder zum Bahnhof ging.

Daniel machte mir mit diesem besonderen Ausflug in unser Nachbarland ein wunderschönes Geschenk und ich werde für immer unsere Rosenhochzeit im Herzen tragen.

Segenregen,

Lena

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