Schulstart, Morgenplan und Wundertüte

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Der kleine Bär hat gerade im Wohnzimmer Spaß mit dem Schöpflöffel und dem Eimer und ich sehe meine Chance gekommen: Ein kurzer Blogeintrag zum Alltagsbeginn.

Heute Morgen klingelte mein Wecker um 6.00 Uhr und ich schlich aus dem Schlafzimmer, um das Frühstück zu decken, Kaffee aufzukochen und mit Daniel aus dem Stille Zeit Buch zu lesen und für den Tag zu beten, bevor er zur Arbeit fuhr.

Ich zündete die neue weiße Kerze an, süßte ein wenig den Früchtetee und bereitete den Griesbrei für das Baby vor. Mein großer Spatz kam gut gelaunt in die Küche und erzählte voller Stolz, dass er schon das Bett gemacht hatte, den Schlafanzug zusammen gelegt hatte und ich sah ihn auch schon in den Klamotten, die wir gestern rausgelegt hatten. Die Maus wurde langsam wach und als sie das Nasenbluten bemerkte, kam ein wenig Aufregung in den Morgen. Doch wir konnten es stoppen und sie setze sich ein wenig traurig an den Tisch.

„Mama“, rief der kleine Bär bald aus seinem Bettchen und die Maus war sofort da, kletterte zu ihm und wir kuschelten zusammen, bevor wir mit dem Frühstück fortsetzten. Wir freuten uns alle auf den Schul- und Kindergartenstart und der große Sohn wollte schon viel zu früh zur Tür hinaus.

Mein Vater brachte uns noch einen grünen Smoothie hoch, von dem die Kids schnell drei Löffel schlürften und schon machten wir uns alle im Badezimmer kurz fertig. Immer wieder lief die Maus zu unserem Morgenplan und befestigte eine Klammer nach getaner Aufgabe.

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Ich musste die Kinder kein Mal daran erinnern, dass sie Zähneputzen oder das Geschirr in die Küche bringen sollten. Das war so schön und ich war Gott so dankbar für diesen entspannten Morgen.

An der Tür segnete ich den großen Spatz und dann begleitete mein Vater ihn noch ein kurzes Stück, weil er den gleichen Weg hatte. Mit dem Baby im Buggy und der Maus in ihrer Kuschelweste gingen wir die 100 Meter zum Kindergarten und unterwegs betete ich für ihren Vormittag.

Zuhause angekommen, nahm ich das Fahrrad, setzte dem Bär und mir die Helme auf und wir fuhren ins Geschäft, um ein bisschen für das Mittagessen einzukaufen. Heute wird es Mini- Frühlingsrollen mir Reis und Paprikasauce geben.

Nun muss ich mich der schmutzigen Küche widmen und hier mal ordentlich durchsaugen. Verrückt, wie innerhalb von einer Stunde so viel Arbeit liegen bleibt. Das Baby zieht gerade am Akkuladegerät – ein Zeichen dafür, dass sich mein Blogzeitfenster nun wieder schließt.

Ich wünsche Euch Gottes Segen für diesen neuen Tag, ob er ruhig oder stressig begonnen hat, sagt überhaupt nichts über unseren Wert, unsere Identität und seine Liebe aus. Er ist immer da, unanhängig von unserer Situation. Heute hatten wir einen wundervollen Morgen, der Nachmittag kann schon anders aussehen. Jeder Tag hier ähnelt einer Wundertüte- mal ist da so viel Ruhe drin und manchmal so viel Unfrieden. Aber immer ganz viel Wunder. Egal wie der Tag aussieht, lasst uns ihn mit Gott erleben!

Segensgrüße, Lena

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Leslie und ihre Familie

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Liebe Leslie, bitte stell deine Familie kurz vor!

Wir sind ein 3 Mäderl Haus – Zoey (6), Alya (4) und Tessa (17 Monate). Mein Mann ist Elektrotechniker und früher war ich Lehrerin, jetzt darf ich “nur” Mama sein!

Welche 3 Eigenschaften sind typisch für Euch?

Sozial, gastfreundlich, und liebevoll

Warum ist Jesus Euch so wichtig?

Jesus ist uns so wichtig, weil Er uns so sehr liebt, uns geschaffen hat und uns ewiges Leben, und damit alles geschenkt hat. Er gibt unserem Leben Ziel und Sinn. Er gibt Hoffnung und Freude.

Wie bezieht ihr ihn in euren Familienalltag ganz natürlich ein?

Wir beten vor dem Essen, und manchmal auch in besonderen Situationen. Wir lesen am Abend gemeinsam in der (Kinder)bibel und reden darüber. Wir versuchen in praktischen Situationen auf Gott zu verweisen, besonders wenn wir unsere Kinder erziehen. Wir besprechen, das alle ungehorsam sind und alle Jesus brauchen.

Wie vermittelt ihr euren Kids Bibelwissen?

Oft haben sie am Abend nach dem Bibellesen Fragen, die wir besprechen. Unsere Gemeinde hat auch Kinderprogramme für die Kinder und wir versuchen danach darüber zu reden. Wir haben auch gesungene Bibelverse auf CD und verschiedene Hefte, die genau dafür geschrieben sind, um Kindern biblische Wahrheiten durch Alltagssituationen anschaulich zu machen.

Wie machst du das mit der Stillen Zeit? Auf welcher Art tankst du auf?

Stille Zeit ist ehrlich gesagt etwas schwierig für mich regulär zu machen. Manchmal passiert es vor dem Aufstehen von den Kindern und manchmal beim Mittagssschlaf/ruhe. Leider gibt es auch sehr viele Tage wo ich gar nicht wirklich zur Ruhe komme. Aber wenn ich es mache, verwende ich gerne eine Art Tagebuch. Es kommt aus Amerika, heißt Give me Jesus Journal. Es ist eine toller Weg tiefgehend in einen Text einzutauchen und alles dabei aufzuschreiben.

Ich tanke auf in der Gemeinde, beim Podcast hören und durch Gespräche mit Mamas, insbesondere wenn wir uns mal ohne Kinder treffen.

Was ist das Schönste und was ist das Stressigste im Familienleben?

Es gibt soo viel schönes. Ich liebe es zuschauen wie meine Kinder einander lieben und lernen selbstlos zu werden. Ich liebe es zuschauen wenn die Kinder vertieft miteinander spielen und so lieb miteinander umgehen.

Das Stressigste im Familienleben ist alle 3 Kinder fertig zu machen, bzw alles bereitzumachen für eine längere Zeit weg, an alles denken, alles einpacken, etc.

Wie löst ihr Streit in eurer Familie und was sind deine Praxistipps für ein friedliches Miteinander?

Zuerst einmal den eigenen Standpunkt hinterfragen. Wahrscheinlich 90% der Unstimmigkeiten basieren darauf, dass jeder durch unangebrachten Egoismus seinen Standpunkt durchsetzen will. Bei genauerer Betrachtung bemerken wir meistens, dass der eigene Standpunkt nicht der einzig richtige, und auch nicht so wichtig ist. Dann kann auch leichter wieder vergeben werden.

Welchen Tipp würdest du einer jungen Mama geben?

Genieße jede Minute! Alle sagen es, aber es stimmt wirklich, es geht so schnell und dann sind sie groß. Ich würde auch sagen, höre auf dein Gefühl und nicht was diese Freundin meint, dieser Blogbericht oder dieses Buch, etc. Du kennst dein Baby am besten, höre auf dein Bauchgefühl. Es wird immer so viele Meinungen über alles bezüglich Baby/Kinder geben, du musst deinen Weg, am Besten mit Gebet, finden.

Vielen Dank dir, Leslie, für das Interview! Auch für die praktischen Tipps- etwa die gesungenen Verse auf CD oder das Hinterfragen des eigenen Standpunkts- empfand ich als sehr hilfreich.

Ihr findet Leslie hier auf Instagram.

Annika und Tobias

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Ich bin Annika, 25 und wohne momentan in Neuseeland. Mein Mann Tobias und ich haben jung geheiratet. Ich war 19 und er 20. Nun sind wir seit fast sechs Jahren verheiratet und erwarten im Dezember ein Baby. Ob es ein Junge oder ein Mädchen wird, davon lassen wir uns überraschen.

Drei typische Eigenschaften von uns sind, dass wir leicht zu begeistern sind, offen für Abenteuer und spontan sind, aber dann doch auch ewig planen können und dass wir Gottes Konzept von Familie lieben.

Ich habe Frühpädagogik studiert und in einer Krippe gearbeitet, Tobi hat BWL mit dem Schwerpunkt Logistik studiert und in einem Logistikunternehmen in der Schweiz gearbeitet. Ende letzten Jahres haben wir unsere Wohnung aufgelöst und die Jobs gekündigt und sind an meinem 25. Geburtstag im Dezember nach Neuseeland geflogen.
Neben dem Erkunden dieses wunderschönen Landes in unserem Campervan „Old Man’s Van“ sind wir nun als Mitarbeiter an einer Jüngerschaftsschule von Jugend mit einer Mission hier (JMEM oder englisch YWAM). Von Januar bis Mai haben wir selbst an einer dieser Schulen teilgenommen und sie hat unser Leben und unsere Beziehung zu Gott sehr geprägt.

Unsere Beziehung mit Gott ist nichts, was wir am Sonntag leben. Es ist keine Religion, von der wir uns Rettung erhoffen oder sie verdienen könnten. Jesus ist uns in unserem Leben wichtig, weil er Jesus ist. Ihm gebührt alle Ehre und die wollen wir ihm mit allem was wir sind und haben ausdrücken. Und wir erleben, wie er uns führt und beschenkt und unser guter Hirte ist, ein wundervoller Gott, der so viel höhere Gedanken hat als wir erahnen können. Unser Lobpreis, also unser Leben mit Jesus zu leben, ist für uns eine natürliche Antwort auf das, was Gott ist und wie er uns gemacht hat.

In unserem Alltag an der Jüngerschaftsschule ist Jesus natürlich ständig ein Thema. Trotzdem kann es sehr religiös oder oberflächlich werden, wenn wir nicht auf unser Herz aufpassen.
Es ist uns wichtig, mit Jesus in den Tag zu starten. Als wir im Van gereist sind, haben wir morgens gemeinsam einen Psalm gelesen. Im Alltag klappt das nicht so gut und wir wollen jetzt diese Zeit hier auch nutzen, bevor wir wieder nach Deutschland zurückkehren. Im Oktober fliegen wir in der 31. Schwangerschaftswoche wieder heim. Dann wird sich vieles ändern, das hören wir zumindest oft ;)  Besonders wenn unser Baby da ist, wollen wir, dass es Nachfolge Jesu ganz natürlich kennenlernt z.B. durch Gebete, die authentisches Gespräch mit Gott sind und in jeder Lebenslage und Körperhaltung stattfinden können J Gebet ist für uns der Hauptpunkt, wie wir unseren (Familien)Alltag gestalten. Alles ist Kommunikation. Gott sprach, und es wurde Licht. Wir haben „Ja“ gesagt und gestalten seitdem Ehe. Wenn wir nicht miteinander sprechen, wird es schwierig eine gesunde Ehe zu führen. Genauso brauchen wir auch das Gespräch mit Gott, um eine gesunde Beziehung mit ihm zu führen.

Besonders leicht können wir in der Natur bei einem Spaziergang oder einer Wanderung auftanken und in Gottes Nähe und Schönheit eintauchen. Irgendwie können wir uns intensiver und trotzdem leichter unterhalten, wenn wir dabei laufen. Vielleicht, weil wir weniger Ablenkung haben. Oder weil wir uns dem Schöpfer in der Schöpfung näher fühlen. Aber auch beim Autofahren legen wir manchmal eine gemeinsame Gebetszeit ein (Fahrer, bitte nicht die Augen zumachen!) oder hören zusammen eine Predigt.
Als Paar ist es uns wichtig, Gott im Alltag zu feiern. Nichts als selbstverständlich anzusehen und ihm dankbar zu sein und die Ehre zu geben. In besonderer Form haben wir das gemacht, als wir unseren 5. Hochzeitstag mit einem kleinen Dankgottesdienst gefeiert haben. Aber es muss nicht immer ein großes Fest sein. Die kleinen Durchbrüche und Geschenke feiern geht ganz leicht, in dem man davon erzählt und sie nicht für sich behält. Den Segen den wir empfangen, wollen wir teilen. Wenn wir eine Ermutigung bekommen, wollen wir auch andere ermutigen. Wenn es in unserer Ehe gut läuft, beten wir für unsere Freunde und Geschwister in ihren Beziehungen und stehen mit Rat und Tat zur Seite. Wenn wir Geld verdienen (bzw. gespendet bekommen) geben wir davon ab, zum Beispiel an unsere Patenkinder bei Compassion oder an Menschen, die Gott uns aufs Herz legt.

Auch, dass wir Gottes Herz für Gerechtigkeit im Alltag als Paar leben, ist für uns etwas, das uns näher zueinander und näher zu Gott bringt. Ich habe bereits unsere Compassion Patenkinder erwähnt, außerdem sind wir ehrenamtlich für das internationale Kinderhilfswerk Compassion tätig und waren z.B. in Uganda und Indonesien beim Muskathlon, einem Spendenlauf von „Der 4te Musketier“ für Compassion dabei.

Es sind aber auch die kleinen Dinge im Alltag, bei denen wir uns bewusst für Nachhaltigkeit entscheiden oder für soziale Gerechtigkeit einsetzen wollen.

Wir sind sehr gespannt, wie wir uns dann in unseren neuen Alltag mit Baby einfinden werden. Aber wir fühlen uns in dem allen so geführt von Gott und freuen uns auf unser Baby, sodass ich mir keine Sorgen mache.
Mein Blog und mein Instagram Account heißen übrigens „Hier wächst Liebe“. Ich bin überzeugt, dass unser Gott es liebt, zu multiplizieren, auch wenn wir nur ein klitzekleines Bisschen geben können. Wir geben die Liebe, die wir haben und Gott lässt sie wachsen,

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love, anni

Vielen lieben Dank, Anni, für den ausführlichen und inspirierenden Einblick in euen Familienalltag. Es hat große Freude gemacht deine Begeisterung zwischen den Zeilen zu spüren und sich mitreißen zu lassen. Alles Liebe für euch und euer Baby!

Nici und ihre Familie

Ihr Lieben,

wie gefallen euch bisher die Familienportraits? Ich finde sie total interessant und bisher so ehrlich und offen, was meint ihr?

Heute erzählt die liebe Nici, die mit Milch und Honig einen wunderbaren Blog schreibt, von ihrem Familienleben mit Jesus und wenn ihr noch mehr über sie erfahren möchtet, findet ihr sie außerdem auf Instagram.

Bitte stell deine Familie kurz vor

Zu unserer Familie gehören Lina (12), Sophia (bald 15), Thilo und ich, Nici (beide Anfang vierzig). Thilo ist Bauingenieur. Ich bin Sozial- und Montessori-Pädagogin und unterrichte an einer Berufsfachschule für Kinderpflege.

Welche 3 Eigenschaften sind typisch für Euch?

Wir sind fröhlich, engagiert und laut Lina liebenswert. 😊

Warum ist Jesus Euch so wichtig?

Lina sagt, man sei, wenn man an Gott glaubt, ja eigentlich nie allein, und das fände sie ziemlich cool. Mein Mann sieht in unserem Glauben die gemeinsame geistliche Basis der Familie. Sophia meint, sie sei eben so aufgewachsen. Gott ist für sie Realität, steht momentan aber nicht gerade an erster Stelle. Ich denke, das darf so sein. Die Saat ist gesät und im Moment ist mein Vertrauen gefragt, dass sie aufgeht.  Für mich ist Gott Ansprechpartner im Alltag. Der, an den ich mich mit meinen Ängsten und Sorgen wende, aber auch der, dem ich für alle Segnungen danke, die mir im Leben widerfahren.

Wie bezieht ihr ihn in euren Familienalltag ganz natürlich ein?

Das hat sich im Laufe der Zeit ganz schön gewandelt. Mit kleineren Kindern war das ganz einfach. Es gab Rituale, wie das Gute-Nacht-Programm mit Geschichte, Lied und Gebet. Sehr lange haben sich die Mädchen abends von Thilo segnen lassen. Heute wollen sie das nur noch manchmal. Früher habe ich aus der Kinderbibel vorgelesen, wir waren im Familiengottesdienst.

Heute ist die Zeit der festen Rituale vorbei. Unser Glaube ist nicht mehr tägliches Thema bei uns. Ich würde aber nicht sagen, dass er kein Bestandteil unseres Alltags ist. Manchmal greifen wir Inhalte aus der Kindergruppe auf und diskutieren darüber. Ein anderes Mal ergibt sich ein Gespräch darüber, wie Klassenkameraden zum Christsein stehen, wie man sich selbst nach außen gibt, welche Fragen und Zweifel es hinsichtlich des Glaubens gibt, wie man zu unterschiedlichen Glaubensüberzeugungen steht. Das können richtig tiefgehende Gespräche werden. Und manchmal beten wir auch miteinander, wenn uns etwas bewegt.

Wie vermittelt ihr euren Kids Bibelwissen?

Vor dem Kindergarten habe ich mit beiden Kindern die Krabbelgruppe der Kirchengemeinde besucht. Als diese Zeit endete, gründeten zwei Freundinnen und ich die „Kinderstunde“, damit es für unsere Kinder und ein paar andere weiterging. Als ich wieder arbeiten ging, bin ich ausgestiegen. Eine Freundin blieb und es ist gigantisch, was aus dieser kleinen Gruppe geworden ist. Inzwischen gibt es drei Altersstufen. Ich glaube, alle zusammen sind an die hundert Kinder. „Kids für Jesus“ (bis zum Konfirmandenalter) ist ein Segen. Natürlich haben wir früher zu Hause in der Kinderbibel gelesen und kommen auch heute immer mal wieder ins Gespräch über Bibelstellen, aber das meiste Wissen haben Sophia und Lina mit Sicherheit bei „Kids für Jesus“ mitbekommen.

Wie machst du das mit der Stillen Zeit? Auf welcher Art tankst du auf?

Ganz unterschiedlich. Bible Art Journaling (kreatives Gestalten eines Bibeltextes) kann ein Zugang sein. Ich habe auch schon an Alltagsexerzitien teilgenommen und mir jeden Tag Zeit dazu genommen, mit Kerze, Tee, Bibel und Begleitheft. An manchen Tagen lese ich einfach nur die Losungen auf meiner App. Wenn ich in die Arbeit fahre (über eine halbe Stunde) genieße ich es, im Gespräch mit Gott den Tag durchzugehen und ihm meine Bitten und meinen Dank zu bringen. Auftanken kann ich auch wunderbar im Wald oder – im Urlaub – auf einem Strandspaziergang.

Und als Paar? Hast du Tipps, wie man als Paar gemeinsam Gott im Alltag erleben kann?

Wir gehen gerne nach dem Gottesdienst im Wald spazieren und tauschen uns über die Predigt aus. Außerdem lesen wir ab und zu gute christliche Bücher, über die wir dann ins Gespräch kommen. Manchmal sind das einfach nur gute Unterhaltungen, manchmal haben uns die Denkanstöße aber auch schon so richtig persönlich weitergebracht.

Was ist das Schönste und was ist das Stressigste im Familienleben?

Bezogen auf die Geschwister sagen unsere Kinder, es sei schön, nie Langeweile zu haben. Mein Mann schätzt besonders entspannte, gemeinsame Familienabende. Ich genieße es sehr, wenn sich gute, intensive Gespräch ergeben. Das kann mit jeweils einem Kind, beiden, meinem Mann oder auch der ganzen Familie sein. Außerdem liebe ich unsere Urlaube zu viert. Wir mögen alle dieselbe Kombination aus Kultur und Natur, Stadt und Land.

Am Stressigsten empfinden wir wohl Konflikte, Kritik und Beleidigtsein. Vor zwölf Jahren hätte ich diese Frage noch ganz anders beantwortet. Herausforderungen und schöne Zeiten hängen eben auch stark vom Alter der Kinder ab. (siehe letzter Punkt)

Wie löst ihr Streit in eurer Familie und was sind deine Praxistipps für ein friedliches Miteinander?

Manchmal muss man sich etwas Zeit geben. Anfangs bin ich meiner pubertierenden Tochter hinterhergelaufen, wenn sie türeschlagend in ihr Zimmer verschwunden ist. Ich habe gelernt, dass wir Konflikte nach einer kleinen Verschnaufpause viel besser klären können. Das gilt eigentlich für alle Familienmitglieder.

Ich erinnere mich an einen Streit mit meinem Mann, bei dem ich wütend aus dem Haus gelaufen bin. Es war abends und als ich nach Hause kam, stand eine brennende Kerze vor der Tür. Ein Symbol dafür, dass ich willkommen bin und wir reden können. Das hat mir die Gesprächs- und Kompromissbereitschaft sehr erleichtert.

Welchen Tipp würdest du einer jungen Mama geben?

Jedes Alter der Kinder birgt seinen eigenen Zauber, hält aber auch Herausforderungen bereit. Genießt die schönen Zeiten miteinander und seid gewiss, dass die Schwierigkeiten, die ihr im Moment habt, vorübergehen.

Ganz wichtig finde ich, dass man trotz der Elternrolle ein Paar bleibt. Traut Großeltern und Paten etwas zu und gebt eure Kinder mal ab, investiert in einen Babysitter … schafft euch Räume zu zweit.

Vielen Dank, liebe Nici, für das spannende Interview. Ich finde es großartig, dass du deine Familie mit einbezogen hast und auch befragt hast. Dadurch ermöglichst du uns einen wunderbaren Einblick, was der Alltag mit Jesus auch für die einzelnen Familienmitglieder heißt!

Christa und ihre Familie

Ihr Lieben,

ich darf euch die Christa vorstellen, die ihr auf Instagram unter @christamachtwas findet. Heute beantwortet sie einige Fragen rund ums Familienleben und Glauben und ich finde es unglaublich sympathisch, dass man ein wenig ihr Schweizerdeutsch raushört.

Viel Freude mit dem Interview!

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Bitte stell deine Familie kurz vor

Wir sind vier Jungs (5, 7, 9, 44) und ich (41). Wir wohnen auf dem Land in einem grossen Haus mit viel Garten und bilden gemeinsam mit aktuell drei jüngeren Frauen eine Haus-Wohngemeinschaft. Ich bin Kunst- und Ausdruckstherapeutin, arbeite aktuell in unserer Landeskirche für den Bereich Kinder und Familien und bin daneben freischaffend im kreativen Bereich. Mein Mann und ich teilen uns Haushalt und Kinderbetreuung.

Welche 3 Eigenschaften sind typisch für Euch?

Wir alle lieben Rollenspiele, Theater und Geschichten, wir sind ein bisschen öko-bio-konsumkritisch, wir reden alle gern.

Warum ist Jesus Euch so wichtig?

Ich kann mir ein Leben ohne ihn, ohne Gott, nicht vorstellen.

Wie bezieht ihr ihn in euren Familienalltag ganz natürlich ein?

Wir staunen gemeinsam ab der Schöpfung, ab allem, was im Garten wächst, danken vor dem Essen, versuchen sowieso eine Haltung der Dankbarkeit zu leben. Wenn jemand leidet, beten wir dafür. Jeden Morgen, bevor die Kinder aus dem Haus gehen, segne ich sie kurz. Sie fahren schon sehr jung alleine mit dem Rad zur Schule, da musste ich lernen, an Gott loszulassen. Und auch die Kinder kommen manchmal nach Hause und erzählten, sie hätten gebetet im Sturm.
Bei uns knatscht und kracht es manchmal ganz heftig. Da brauchen wir Jesus, der Ruhe in den Sturm bringt. Und seit ich Kinder habe, ist mir so viel bewusster geworden, was Vergebung ist. Ich komme so oft an den Punkt, wo ich denke, dass ich versagt habe, weil ich falsch reagiert, impulsiv gehandelt, dummes Zeugs gesagt habe.

Wie vermittelt ihr euren Kids Bibelwissen?

Weil wir alle Geschichten lieben, wurden die Kinderbibeln rauf und runter erzählt. Manchmal auch heute noch. Der Älteste hat aber etwas genug davon, er ist nun mehr interessiert an einer „richtigen“ Bibel. Mit ihm haben wir aktuell viele Diskussionen über biblische Werte, politische und ökologische Themen – so spannend!

Wie machst du das mit der Stillen Zeit? Auf welcher Art tankst du auf?

Ich bete morgens für den Tag, sonst mache ich nicht regelmässig Stille Zeit. Zwei wichtige Tankstellen in meinem geistlichen Leben sind meine MIP-Gruppe (Moms in Prayer) und das Bible Art Journaling, das ich in einer Gruppe und auch für mich alleine mache. Beim kreativen Gestalten komme ich zur Ruhe.

Und als Paar? Hast du Tipps, wie man als Paar gemeinsam Gott im Alltag erleben kann?

Wir haben früher zusammen Worship gemacht und verschiedenste Formen von gemeinsam Beten und Bibellesen ausprobiert. Manchmal vielleicht auch etwas krampfhaft. Mittlerweile merken wir, dass wir auf unterschiedliche Arten geistlich auftanken und geben einander Zeit dafür. Mein Mann geht gerne in die Berge oder fährt Rad und redet mit Gott.

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Was ist das Schönste und was ist das Stressigste im Familienleben?

Einander wirklich sehen – die Kinder sehen, wie sie wachsen, sich entwickeln, eigene Persönlichkeiten werden und Leben teilen. Wir brauchen nichts Spektakuläres, können auch einfach beieinander sein und Reden, Lachen, Träume schmieden. Das liebe ich.
Zeitmanagement und Raum für jeden: Je grösser die Kinder werden, desto mehr Zeit verbringen sie auswärts, ich arbeite unregelmässig und viel, mein Mann auch. In diesem Alltag Freiräume für jeden Einzelnen und fürs gemeinsames Geniessen zu finden, ist eine Herausforderung.

Wie löst ihr Streit in eurer Familie und was sind deine Praxistipps für ein friedliches Miteinander.

Ich habe das Bedürfnis nach mehr Harmonie, bin aber selber eine eher dominante, temperamentvolle Frau. Mein Ältester hat dieselben Züge. Da müssen wir uns eingestehen, dass es Auseinandersetzungen gibt. Aber es gibt auch immer wieder ein Aussöhnen, Versöhnen und über allem steht, dass wir einander lieben.
Zwei Grundsätze sind mir wichtig:
Wir beginnen jeden Tag neu.
Beziehung kommt vor Erziehung.

Welchen Tipp würdest du einer jungen Mama geben?

Finde heraus, wer du als Mutter bist. Eifere niemandem nach. Leg das Handy weg J und schaue deinen Kindern zu, aber lass sie auch alleine tun.

Vielen Dank dir für deine spannenden, inspirierenden und auführlichen Antworten, liebe Christa!