Segen verdoppelt sich, wenn man ihn teilt

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Letztes Jahr verschenkte meine Freundin ein Kinder-Fahrrad und fragte ob wir es nicht haben wollen. Ich wusste genau: Was für ein Segen- wir brauchen bald eins für unseren Großen. Zwar noch nicht gleich aber sicherlich in einem halben Jahr. Okay, in einem dreiviertel Jahr. Na gut, lass es ein Jahr sein…

Für meinen Mann war klar, dass sich ein Flüchtlingskind sicher darüber freuen würde. Eigentlich machte das ja auch mehr Sinn. Warum sollte ein Fahrrad im Keller unbenutzt stehen, wenn doch ein anderes Kind es genau Jetzt fahren konnte.

Diese Geschichte geriet in Vergessenheit, bis ich sie die Tage wieder auskramte. Denn das schöne Wetter rief förmlich nach Fahrradtouren. Ich dachte daran, dass mein Sohn jetzt dieses besagte Rad fahren könnte, wenn wir es nicht abgegeben hätten.

Ist das nicht verrückt? Obwohl wir als Familie so gerne Abgeben und Teilen, werde ich trotzdem immer mal wieder von so blöden Gedanken eingeholt. Ich kann sie zwar relativ schnell wieder vergessen aber Fakt ist, sie sind manchmal da und verwirren mein Herz.

Ein spendables und großzügiges Leben macht auf den ersten Blick nicht immer Sinn. Es braucht Vertrauen und Überzeugung das Richtige zu machen, auch wenn es wirtschaftlich gesehen nicht richtig erscheint. Doch wenn ich eine Sache in den letzten Jahren gelernt habe, dann diese: Ein spendables und großzügiges Leben macht immer frei. Frei zu geben, zu teilen, zu segnen und sich mit anderen zu freuen.

Wir als Familie erleben, wie Gott unsere Hände über die Maße füllt. Werden sie vermeintlich leer, weil wir helfen konnten, füllt Gott sie wieder auf. „Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein“, scheint Gottes Motto zu sein. Es entsteht ein spannender Kreislauf, ein interessanter Alltag, ein Leben in Fülle.

Ich fürchte, wenn wir uns als Familie an materiellen Dingen fest klammern würden, könnten unsere Hände nicht geöffnet sein. Nicht zum Abgeben aber auch gleichzeitig nicht zum Empfangen. Deswegen bin ich mir absolut sicher, dass ich diese Tage noch ein tolles Fahrrad für meinen Sohn finde. Sei es kaputt, gebraucht oder niegelnagelneu. Ich sag`s ja, dieses Leben mit Gott ist spannend und immer für Überraschungen gut. Ich muss mich nur drauf einlassen.

Sicherlich kennen einige das Zitat: „Liebe ist das Einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt“. Aus meiner Erfahrung, gehe ich ein Schritt weiter und ergänze:

Auch Segen verdoppelt sich, wenn man ihn teilt.

Einfach teilen

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Nä̱chs·ten·lie·be

Substantiv [die]

  1. die Liebe und Rücksicht, die man seinen Mitmenschen entgegenbringt.

 

Was bin ich dankbar für diese wundervollen und bequemen Sommerschuhe, die letztes Jahr einfach vor meiner Haustür in einer Tüte lagen. Scheinbar sind sie second hand aber ich finde sie sehen neu und ungetragen aus.

Für eine liebe Freundin waren diese Schuhe zu eng und anstatt sie weg zu schmeißen, kamen sie an meine Adresse. Ist es nicht wunderbar, wenn man gern teilt und abgibt und auf diesem Wege andere Menschen so einfach segnet?

Ich fühle mich sehr beschenkt und freue mich, dass die Sonne scheint und ich dieses stylische Exemplar nun tragen kann. Jetzt fehlt nur noch die entsprechende Pediküre (naja und die warmen Temperaturen natürlich auch ;) ) und die Sandalen-Saison kann kommen.

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Hast du in der letzten Zeit auch mal eine Segnung erfahren, die dich in deinem Alltag total überrascht hat?

 

20. Gänsehaut-Moment

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Wir haben uns an diesem Wochenende mit unseren zwei Großfamilien getroffen und Weihnachten gefeiert. Ich habe so viele Menschen gedrückt, Leckereien verschlungen, Lieder gesungen, stressige Momente gehabt und interessante Gespräche geführt. Nun bin ich richtig heiser, müde, glücklich und erschöpft.

Ein Ereignis von diesem Wochenende bleibt mir besonders hängen. Am Samstag sind wir irgendwann während der Feier mit den Verwandten meines Mannes zu einem naheliegenden Asylheim gefahren. Mit leckeren Plätzchen im Gepäck, standen wir umringt von unzähligen Flüchtlingen und sangen aus lauter Kehle. Mein Mann begleitete uns mit der Gitarre und stimmte Lieder an, wie „How great is our God, sing with me how great is our God…“. Das war ein Gänsehaut-Moment für viele unserer Verwandten und wer weiß vielleicht auch für die Bewohner.

Ist das nicht toll, wenn an Weihnachten nicht immer nur das Körpergewicht steigt, sondern die Anzahl von unglaublich wertvollen Erfahrungen? Wenn diese Festtage dazu dienen, dass die Perspektive geschärft wird und der Grund von Weihnachten ganz neu erfahren wird?

Ich wünsche Euch allen einen schönen und besinnlichen 4. Advent!

 

2. Ein heimliches Geschenk

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„Gott hat uns unermesslich reich beschenkt“. Epheser 3,18

Wir befinden uns in der Vorweihnachtszeit und die meisten von uns sind auf der Suche nach den perfekten Geschenken für unsere Lieben. Mir geht es auch so und ich überlege wie jedes Jahr womit ich anderen eine Freude machen kann.

Was ich aber besonders cool finde, ist das Beschenken einer Person, die damit nie gerechnet hätte. Mein Liebster und ich haben in den letzten Jahren immer mal wieder eine Person oder eine Familie ausgesucht, die wir an Weihnachten heimlich beschenkten. Diese Form des Schenkens finde ich besonders spannend.

Geschenke an Menschen zu überreichen, die einem nahe stehen ist leicht. Was ist aber, wenn man extra eine fremde oder außenstehende Person beschenkt, um sie zu segnen? Es ist natürlich kein Muss aber eine unglaublich schöne Erfahrung. Ich finde Jesus ist uns da das beste Beispiel. Sein größtes Geschenk hat er uns geschenkt, als wir ihn noch gar nicht kannten. Durch seinen Tod hat er uns Leben geschenkt. Jeder, der ihn kennenlernt, wurde schon im Vorfeld von ihm beschenkt.

Es gibt viele kleine und große Möglichkeiten einzelne Personen zu überraschen. Wir waren jahrelang Studenten und daher fielen unsere Überraschungs-Geschenke nie all zu groß aus. Wir haben häufig an unseren gegenseitigen Geschenken gespart und dafür ließ unser Budget noch ein zusätzliches Geschenk einkalkulieren. Aber auch nicht-materielle Geschenke, wie Zeit, praktische Hilfe und Aufmerksamkeit sind immer eine wundervolle und kreative Idee. Hier gibt es ein paar Beispiele, wie das besondere Beschenken praktisch aussehen könnte:

– ein Geldumschlag im Postkasten einer alleinerziehenden Mama

– ein Tankgutschein für einen Bibelschüler auf seiner Windschutzscheibe

– eine Blume mit einer ermutigenden Karte am Eingang der Tür der Nachbarn hinterlassen

– eine Restaurant-Gutschein für den Pastor und seiner Frau

– ein Paar Winterschuhe für ein Flüchtlingskind

– selbstgebackene Plätzchen für ein älteres Pärchen aus dem Seniorenheim

– einen Austauschstudenten zur Weihnachtsfeier einladen

– eine Geldspende für einen Missionaren

Das bedingungslose Schenken, bei dem Jesus uns das größte Vorbild ist, ist einzigartig. Vielleicht hast du jemanden auf dem Herzen, dem du in dieser besonderen Adventszeit heimlich eine Freude machen möchtest. Dann geh diesem Gefühl nach und lass dich von dieser wunderschönen Erfahrung segnen.

Einen wunderschönen 2. Dezember,

Lena

Du überschüttest mich mit Segen

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Du überschüttest mich mit Segen.
Deine Güte und Gnade begleiten mich alle Tage meines Lebens, und ich werde für immer im Hause des Herrn wohnen“.
Psalm 23
Wenn ich auf dem Spielplatz mit den Kindern spiele und eine Anwohnerin mit sehr gut erhaltenen und hochwertigen Winterstiefeln auf uns zu kommt und sie meiner Tochter schenkt, sehe ich nicht nur eine nette Bekannte vor mir. Nein, ich sehe Gott. Während sie noch mit mir spricht, weiß ich, dass Gott mir gerade sagen möchte, dass er für uns sorgt. Und ich bekomme Gänsehaut und fange an zu stottern und kann meinen Dank nur schwach ausdrücken. Ich weiß, dass dieser Moment übernatürlich ist. Und das spürt auch meine Schwägerin, die daneben sprachlos sitzt und diese nette Frau als gute Fee beschreibt.
Wenn mir innerhalb von zwei Tagen drei Freundinnen schreiben und mir anbieten diese Woche auf meine Kinder nachmittags aufzupassen, sehe ich auf diese Handy Nachrichten und weiß, dass der Absender Gott persönlich ist. Ich lese zwischen den Zeilen, wie Gott mich einfach beschenken möchte: „Lena, meine liebe Tochter, ich will dir helfen. Dein Mann ist diese Woche verreist und du kommst nicht zum Lernen, deshalb gebrauche ich deine Freundinnen, um dich zu segnen! Ja, es ist recht offensichtlich, dass ich dahinter stecke. Aber so bin ich. Ich bin ein Vater, der seine Kinder gern beschenkt!“
Und wenn es an unserer Haustür klingelt und ein netter Junge aus der Gemeinde meinem Sohn seine Herbstjacke, aus die er heraus gewachsen ist, schenkt, werde ich sprachlos. Denn ich sehe, wie Gott die Kleinsten gebrauchen kann uns mit seiner Liebe und Fürsorge zu überschütten. Und ich kann meinen Kindern sagen, dass es nicht einfach der Timmy war, der geklingelt hat. Es war Gott höchstpersönlich der durch diesen Jungen ein Geschenk vorbei gebracht hat.
Und wenn all diese Sachen innerhalb einer Woche passieren, muss ich Euch einfach darüber berichten. Das ist doch alles der reinste Hammer, oder?!