Scheinen, statt zu Schimpfen

In der Schule gab es heute ein großes buntes Fest und bis einschließlich Dienstag ist hier schulfrei angesagt. Willkommen im Rheinland, ihr Lieben!

Karneval gehört hierher, wie der schiefe Turm zur Stadt Pisa. Du musst schon für diese närrische Zeit verreisen, wenn du ihr entkommen willst.


Ich liebe es, wie wir als Christen die Möglichkeit haben unser Umfeld mitzugestalten und zu prägen. Wie wir unsere Werte leben, inspirieren und zum Nachdenken anregen können, einfach aus der Tatsache heraus wie wir beispielsweise  die Feste feiern. Natürlich kann man den Rückzug wählen aber was ich noch spannender finde, ist wenn man für Inspiration sorgt und zum Nachdenken anregt, in dem man einen Unterschied macht.

So halten wir es als Familie, dass wir immer alles prüfen aber das Gute behalten. Freude, Gemeinschaft und Konfetti? Da simma dabei, dat is prima! Trunkenheit und Unmoral? Da simma NET dabei, denn das sind nicht unsere Werte.

Natürlich könnten wir jetzt beim Karneval nur das Schlechte suchen und darüber schimpfen. Aber ich glaube als Christen sind wir keine Richter, sondern Zeugen. Unsere Aufgabe ist nicht das Richten, sondern das Lieben. Unsere Aufgabe ist nicht das Versteckspiel, sondern Licht zu sein.


Und wie das praktisch am Effektivsten aussieht, dürfen wir uns alle tief im Herzen selber fragen

Indianergeburtstag

Meine Tochter hat ihren 7. Geburtstag gefeiert und ich möchte euch einen kleinen Einblick von ihrem großen Tag geben. Sie hatte sich schon sehr darauf gefreut und hatte auch klare Vorstellungen. So sollte es ein Indianergeburtstag werden mit Kinderschminke, Schatzsuche und Federschmuck.

Da ihr Geburtstag allerdings auf einen Arbeitstag fiel, feierten wir gemeinsam mit ihren Freundinnen am Samstag, damit auch Daniel dabei sein konnte. Ohne ihn wäre ich komplett aufgeschmissen, denn wir beide teilen uns die Aufgaben auf den Feten immer gut auf. So organisiert er in der Regel die Schatzsuche und die Spiele und ich kümmere mich gern um Deko und Leckereien. Klingt jetzt etwas klassisch aber für uns funktioniert es so besser, weil er der Pädagoge von uns beiden ist und da einfach besser mit den Kids kann.

Nachdem wir am Geburtstag selber nur mit der Familie gefeiert haben, kamen dann die Freunde am Wochenende dazu. Ich stellte unser komplettes Wohnzimmer um, damit die Mädchen viel Platz hatten und wir gemütlich auf dem Teppich feiern konnten. Der große Esstisch und Teile der Sitzecke mussten in unser Schlafzimmer und so hatten wir genug Platz für die Party. Was man nicht alles als Mutter macht! Da unsere Wohnung recht klein ist, muss ich halt immer wieder improvisieren und was soll ich sagen- mir macht es großen Spaß. 

Die Feier begann um 15 Uhr und das süße Buffet war schon angerichtet. Es gab leckere Indianer-Küsse, Traubenspieße, Cookies, Äpfel und einen einfachen und gleichzeitig köstlichen Kuchen nach diesem Rezept. Kurz bevor die Gäste kamen, erwischte mein kleiner Bär einen unbeaufsichtigten Momente und „dekorierte“ den Geburtstagskuchen. Denn er wollte dort alle weiteren Playmobilfiguren drauf stellen. Ich konnte den Kuchen noch einigermaßen retten und im Nachhinein hatte es keiner bemerkt.  Es war richtig gemütlich auf dem Teppich und auf den Fellen zu sitzen. Die Kids hatten riesigen Spaß und wir sangen noch alle mit der Unterstützung der Trommel kräftig das Geburtstagslied. Wir beteten gemeinsam vor dem Essen und segneten das Geburtstagskind.
Die Freundinnen bastelten nach der Mahlzeit Ketten und Kopfschmuck und wer noch nicht geschminkt war, konnte es nachholen. Dann nahmen alle nochmal ihre Geschenke in die Hand und setzten sich in den Kreis. Beim Flaschendrehen wurde meine Maus reichlich beschenkt und es war wunderschön zu sehen, wie sie sich bedankte und alle Mädels herzlich drückte.

Und dann ging es auch schon auf Schatzsuche hinaus auf die Felder. Gott sei Dank war das Wetter recht mild und der Sturm „Sabine“ noch nicht aktiv. Daniel hatte unterschiedliche Aufgaben vorbereitet, bei denen die Sinne geschärft wurden und Natur-Wissen eine Rolle spielten. Währenddessen blieb ich zu hause mit dem Jüngsten und konnte das Abendessen vorbereiten. Ich hatte es ganz simple gehalten mit Laugenstangen, Aufstriche und Rohkostplatten. Während des Essens machten wir es uns noch mit Windlichtern gemütlich und die Mädels erzählten sich Witze und lachten um die Wette.

Es war ein toller Geburtstag für meine Maus und hätte ich mich nicht 10 Minuten bevor die Kids abgeholt wurden am Fußgelenk verletzt, wäre es wirklich perfekt gelaufen. Aber wer will es schon perfekt haben.

Langweilig wird es hier nie, wie ihr merkt :)

Bildergeschichte: Purim

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„Mordechai schrieb diese Ereignisse auf und schickte allen Juden nah und fern, in allen Provinzen des Königs Ahasveros, Briefe, in denen er sie dazu verpflichtete, jedes Jahr an diesen beiden Tagen ein Fest zu feiern. Er ordnete an, die beiden Tage mit einem Freudenfest zu begehen und sich bei dieser Gelegenheit zu beschenken und auch den Armen Geschenke zu machen. Die Juden sollten die beiden Tage genauso feiern wie die Tage, an denen sie Ruhe vor ihren Feinden hatten und wie den Monat, in dem sich ihre Sorge in Freude und ihre Trauer in einen Festtag verwandelt hatten.“
Esther 9
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Die besondere Babyparty

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Die Überraschung war uns geglückt- meine Freundin Lili ahnte nichts von ihrer Babyparty. Als wir sie gestern Nachmittag im Haus ihrer Schwester freudestrahlend begrüßten, war sie sichtlich erstaunt und gerührt uns alle zu sehen.

Die Babyparty war unglaublich liebevoll und kreativ von ihren Schwestern organisiert worden. Die Atmosphäre war wunderschön und ich habe jede Minute genossen. Denn es war eine Party, die alles Wichtige hatte: eine tolle Gemeinschaft, Jesus und leckeres Essen.

Während wir an unseren Ipanemas nippten und die köstlichen Obstspieße verspeisten, nahm ich meine Bibel und las den Psalm 22, 10-11 vor:

„Du hast mich sicher aus dem Mutterleib geholt und mich gelehrt dir zu vertrauen, als ich noch ein kleines Kind war. Seit meiner Geburt bist du mein einziger Halt und mein Gott seit Beginn meines Lebens“.

Ich habe höchstens 5 Minuten darüber geredet, welch großes Wunder und Geschenk ein Baby ist. Und dass es nicht nur etwas Süßes und Niedliches zum Kuscheln ist, sondern vor allem ein Geschöpf Gottes, welches zur seiner Ehre geschaffen wurde. In dieser kurzen Zeit wurde ich zwei Mal von meiner Maus unterbrochen, die gestürzt war und auf die Toilette musste.

Ausgelassen feiern, Tränen abwischen und ein paar Bibelworte: Genau das passt alles super zusammen. Denn das ist das Leben. Es ist voller Emotionen und immer dabei: Jesus. In egal welcher Situation.

Bevor wir Lätzchen bemalten und „Tabu mit Begriffen rund um Schwangerschaft und Geburt“ gemeinsam spielten, beteten wir für die anstehende Geburt. Die Hälfte des Gebets verbrachte ich zwar damit meine Tochter zu trösten aber es berührte mich sehr die Gebete von Lilis Mutter und ihren Schwestern zu hören. So viel Vertrauen und Liebe steckte in ihren Worten und ich glaube wir konnten meiner Freundin kein Größeres Geschenk mitgeben, als sie zu segnen.

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Mama-Sohn Gespräch

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„Mama, stimmt es, dass Gott Karneval hasst?“, fragt mich mein müder Sohn etwas unruhig.

Es ist diese Zeit vorm Einschlafen, wenn unsere Kinder häufig unbewusst die Eindrücke des Tages Revue passieren lassen und sich mitteilen. Eine sehr wichtige Zeit und ich wünschte ich würde mir immer Zeit zum Zuhören nehmen.

„Wie kommst du darauf?“, flüstere ich meinen Großen zu und stelle mich an sein Hochbett. Er erzählt mir leise von einem Gespräch mit seinem Kumpel und dass dieser sagte, dass Christen kein Karneval feiern dürfen.

„Weißt du, wir glauben das, was in der Bibel steht. Und in der Bibel steht nichts vom Karneval. Die Bibel sagt uns, dass Gott die Menschen liebt aber die bösen Taten, hasst. Jeder Mensch entscheidet selber, wie er Karneval feiert. Ob er an diesen Tagen Gutes oder Böses tun möchte. Du kannst dich an Karneval ruhig als Polizist verkleiden, die Berliner genießen und in deiner Klasse zur Musik tanzen, mein Großer“, beruhige ich meinen Sohn und wünsche ihm eine gute Nacht.

Wir kommen aus dem Rheinland und wir werden jedes Jahr aufs Neue mit der fünften Jahreszeit konfrontiert. Hier sind dann die meisten Leute Jeck und aus dem Radio singen die Brings „Ich bin doch nur ein Kölsche Jung“. Karneval gehört hierher, wie der schiefe Turm zur Stadt Pisa. Du musst schon für diese närrische Zeit verreisen, wenn du ihr entkommen willst. Überall Karnevalsfeiern, Sitzungen und Kostüme im Angebot. Bei uns auf dem Land ist das Ganze gemäßigter und die meisten fahren in überfüllten Zügen zur Narrenhochburg. Aber auch hier im Dorf wird Karneval im Verein, in der Schule und im Kindergarten gefeiert.  Denn Karneval ist ein Teil der rheinländischen Identität und des Brauchtums, das von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe verstanden wird.

Apropos Brauchtum. Warum man denn Karneval feiert, will mein Sohn noch wissen. Mittlerweile ist seine Schwester eingeschlafen aber er will noch diese Frage loswerden.  „Es gibt unterschiedliche Gründe“, antworte ich. „Einige sagen die Römer haben ähnliche Feste gefeiert, um ihren Gott Saturn zu ehren. Andere sind sich sicher, dass Karneval eigentlich ein Frühlingsfest ist, bei dem der Winter durch Masken und Verkleidungen ausgetrieben wurde. In Deutschland hat der Karneval aber sehr wahrscheinlich seinen Ursprung im Mittelalter. Die christlichen Menschen fasteten vor dem Osterfest und verzichteten auf Fleisch, Alkohol und andere Sachen. Daher stammt schließlich das lateinische Wort Karneval ab: Carne vale „Abschied vom Fleisch“. Bevor diese Fastenzeit begann, durfte man aber in der Fastnacht ausgelassen essen und feiern. So in etwa entstand das Karnevalsfest“, versuche ich meinem Sohn so gut es geht zu erklären.

Weiter füge ich hinzu, dass auch die Ostereier-Suche und Weihnachtsbäume in der Bibel nicht vorkommen und irgendwann vor vielen Jahren ausgedacht wurden. Dasselbe gilt für Geburtstage, Valentinstage, Ostern, Halloween, Weihnachten- alles Feste, die so in der Bibel nicht erwähnt werden. Allmählich wird es spät und ich versuche noch einmal zusammen zu fassen:

„Jesus geht es um dein Herz, mein Schatz. Egal, wo du bist und in welchem Kostüm du steckst, du bist sein Kind. Mach die schönen Dinge, die Gott liebt. Hab Spaß beim Basteln, Singen und Naschen. Und wenn du später groß bist und böse Dinge im Karneval siehst, musst du nie Sachen mitmachen, die Gott nicht will. Karneval ist immer das, was du draus machst.“