Ein neuer Tag, ein neues Geschenk

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Jeder Sonnenaufgang ist ein Geschenk. Ein Geschenk, das sich Leben nennt. Es ist kostbar. Wertvoll und Einzigartig. Vorsichtig öffne ich das Geschenk des neuen Tages, das mir Gott in mein Herz legt. Häufig spüre ich dabei warme Sonnenstrahlen der Gnade auf der Haut, während ich den Kaffee am Frühstückstisch genieße. Machmal spüre ich Stress, wenn ich an die vielen Aufgaben denke. Oder Enttäuschung, wenn meine Erwartungen wieder mal zu groß sind.

Ich atme Ein. Und. Aus. Jeder Atemzug ist das Versprechen seiner Nähe. Dankbar schaue ich auf das Geschenk. Ich darf Leben. Lieben. Hoffen.

Und so gehe ich in den neuen Tag. Mit ihm. Meinem Vater und Retter. Und wenn ich müde werde und die Sonne sich neigt, schläft noch schlummert mein Schöpfer nicht. Er gibt auf mich Acht und steht mir zur Seite (Psalm 121).

Dekoidee fürs Herz: Ein Strauß Gnadengeschenke

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Meistens sind es Blümchen vom Wegesrand, in den kalten Monaten Kerzen und im Moment drei kleine Weizenähren, die an unserem Esstisch für eine angenehme Atmosphäre sorgen. Der Blick wandert automatisch von den Krümeln unterm Tisch oder dem schmutzigen Geschirr auf die zarte selbstgepfückte Gabe meiner Kinder vom letzten Spaziergang.

Diese vermeintlich unscheinbaren Ähren versprühen so viel Schönheit und Ästhetik. Und ich genieße ihren Anblick sehr. Der Aufwand für diese Deko war gering und gleichzeitig ist die Wirkung groß. Es sind wie so oft die kleinen Dinge, die den Unterschied machen und das merke ich jedes Mal aufs Neue, wenn ich auf die Vase blicke.

Manchmal ist es im Alltag ein Lächeln, eine hilfsbereite Hand, eine innige Umarmung oder eine ermutigende Whatsapp-Nachricht, die den feinen Unterschied machen. Der Tag mag chaotisch sein und voller nerviger „Krümel“ aka Streit, Stress oder Schwierigkeiten. Doch diese verlieren ihre volle Aufmerksamkeit, wenn wir den Blick auf die schönen Gaben richten, die Gott uns täglich schenkt.

Deshalb will ich bewusst meine Gnadengeschenke erkennen, sie in den Mittelpunkt rücken und mein Herz damit dekorieren. Vielleicht binde ich sie bei diesen Mengen sofort zu einem großen Strauß. Allein der Fokus darauf, zaubert ein Lächeln ins Gesicht und stiehlt den Krümeln ihre Show.

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Segensgrüße, Lena

Gnade und Wahrheit

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In wirklich allerletzter Sekunde haben Daniel und ich unsere letzten Elternstunden für dieses Jahr vorhin im Kindergarten absolviert.

Wir waren für das Unkraut Jäten zuständig und ich zweifle daran, dass wir die richtigen für diesen Job waren. Überaus motiviert rissen wir so viel Gestrüpp aus, dass sicherlich nicht nur Unkraut dazwischen war. So, ist das eben, wenn Minimalisten gärtnern.

Als ich mit meinen übergroßen Handschuhen Unmengen Kraut auf den Komposthaufen warf, kam mir ein Bibelvers in den Sinn. Einen, den wohl keiner handlettern und mit einem schönen Aquarell-Blumenkranz dekorieren möchte.

Ich würde mir auch keine Tasse oder ein Poster mit diesem Vers bestellen wollen: „Deshalb wird jeder Baum, der keine guten Früchte bringt, umgehauen und ins Feuer geworfen“ (Mat. 7,19). Mir sind da „Königskind“- Aufdrucke oder „Gott liebt dich“- Produkte viel lieber.

Und das empfinde ich als Problem. Denn wir haben nicht nur Verse, die uns ein gutes Gefühl vermitteln. Es gibt in der Bibel nicht nur Gnade, sondern auch Gerechtigkeit. Nicht nur Vergebung, sondern auch Schuld. Nicht nur „Du bist toll“ sondern auch „Du bist ein Sünder und deshalb brauchst du Jesus“.

Und gerade dieses ganze Evangelium ist so wichtig, so notwendig und heilsam. Nicht unbedingt populär und mit Sicherheit eine Garantie für weniger Follower in den sozialen Netzwerken aber es ist die ganze Geschichte. Gnade und Wahrheit.

Diese Tatsache ist so wichtig, wenn wir begreifen wollen, wer Jesus ist. Gerade die ursprüngliche Folge der Sünde zeigt ja, wie wahnsinnig groß seine Gnade der Vergebung ist (Röm. 6,23). Meine Königskind-Identität mach erst Sinn, wenn ich meine Rettung  verstehe.

Verse, wie der da oben, zeigen mir, wie Gott ist: gerecht, heilig, souverän. Und diese gehören genauso zu der Bibel, wie die wohltuenden und mindestens Millionen Mal geteilten Zitate aus Psalm 139.

Ich werde die Schwarzbrotzitate nicht unbedingt über meine Sofaecke hängen und auf Geburtstagskarten schreiben. Aber ich werde darüber nachdenken, Gottes Wesen kennenlernen und die Bedeutung der guten Nachricht auf mich wirken lassen.

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Der besondere Sommer

 

DSC_0711-01Seit genau einem Monat habe ich Zuckerwatte im Kopf, sehe ich überall Muttermilch getupfte Wäsche und übe mich in der Nachtschicht. Diese kann ich Gott sei Dank mit Daniels Unterstützung ganz gut meistern, doch ich sag‘s euch, morgens wache ich so übermüdet auf, als hätte ich die ganze Nacht durch gefeiert.

Der Juli ist schnell vergangen, obwohl der Rhythmus unseres Sommers ausgesprochen langsam ist. Sehr langsam. Ich habe kaum Termine und meine Aufgaben bestehen im Stillen, Spielen und Spazierengehen. Immer häufiger übernehme ich auch das Kochen aber weil wir das Glück haben mit meinen Eltern unter einem Dach zu wohnen, werden wir gerade häufig von meiner Mama kulinarisch verwöhnt.

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Gleichzeitig ist die Dynamik unseres Familienalltags keineswegs piano. Hallo, wir sind eine fünfköpfige Familie und selbst das zarte Stimmchen unseres kleinsten Familienmitglieds entwickelt innerhalb von Sekunden ein Crescendo, bei dem wir alles sofort liegen lassen, um es auf den Arm zu nehmen. Doch meist schläft es selig wie ein Känguru Baby in seinem Tragetuch, dessen Erfinder ich mein Lebtag danken werde.

Aufgeratschte Knie, Legofasziniation und Fahrradtouren stehen auch für diese Sommerzeit. Unsere beiden Großen unternehmen viel mit Daniel, gehen spät ins Bett und scheinen im letzten Monat viel zu schnell gewachsen zu sein. Ende August werden wir den 7. Geburtstag unseres Großen feiern und ich befürchte im nächsten Augenblick steht schon seine Abschlussfeier auf der weiterführenden Schule an. Daher will ich umso mehr den Moment mit meinen Lieben genießen.

Die vielen schönen Glücksmomente, wie auch die kräftezerrenden Situationen im Familienalltag will ich festhalten. Gemeinsamer Lobpreis auf der Couch, Geschwisterstreitigkeiten, endlose Küsse und Meinungsverschiedenheiten mit meinem Liebsten. Das ist unser Alltag. Und wie warm und wunderbar die Kennenlernzeit mit unserem Babysohn ist, meine Natur sorgt regelmäßig für Unfrieden zuhause.

Mit ganz viel Liebe und Geduld will ich für meine Lieblingsmenschen da sein, doch immer wieder holt mich die Realität ein. Ich würde es gern auf die Hormone schieben, den Schlafmangel oder das Regenwetter, kann ich aber nicht. Es liegt an meinem Herzen. Und dafür brauche ich einfach Jesus. Immer wieder war ER es in den letzten Wochen, der hier für Vergebung sorgte. Und dafür bin ich ihm so unglaublich dankbar.

Der graue Schleier des Alltags hat uns immer noch nicht erreicht. Gerade kommt zwar so etwas wie Normalität in unseren Alltag, doch nach dem „Abenteuer: Ankunft des Babys“ steht schon das „Abenteuer: Ausland“ vor der Tür und klingelt immer lauter. Ich nehme es zwar war, doch um eins zwei Wochen will ich es noch ignorieren und in unserer Babyblase leben. Daniel ist da viel pragmatischer, verkauft zur Zeit unser Auto und kümmert sich um die Packliste. Habe ich euch schon erzählt, dass es eine kleine Planänderung gibt? Sie nennt sich Amerika und hat sich zu unseren Reiseplänen gesellt. Nun geht es also nach Israel und die USA.

Ich kann nicht glauben, dass ich diesen Beitrag geschafft habe eben zu schreiben.

Liebste Grüße, eure Lena

Seine Gnade hört niemals auf

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„Dankt dem HERRN, denn er ist gut – seine Gnade hört niemals auf!

Dankt ihm, dem Gott über alle Götter – seine Gnade hört niemals auf!

Dankt ihm, dem Herrn über alle Herren – seine Gnade hört niemals auf!

Er allein vollbringt große Wunder – seine Gnade hört niemals auf!“

Psalm 136

 

Gestern traf ich mich mit ganz lieben Frauen zum Frühstück. Da die Gastgeberin eine kleine Tochter hat, packte ich im Vorfeld ein paar Klamotten zusammen, die meiner Maus nicht mehr passten. Durch diese kleine Geste wollte ich einfach Alinas Familie segnen.

Nach einem wunderschönen und köstlichen Frühstück machte ich mich auf dem Heimweg. Im Gepäck eine Tüte mit gebrauchten Schuhen für meinen Sohn. Regina, die auch eingeladen war, überraschte mich mit unglaublich schönen Schuhe ihres Großen, als wir uns am Vormittag verabschiedeten. Ich erinnerte mich auf der Autofahrt sofort daran, dass sich Segen verdoppelt, wenn man ihn teilt (ein Blogeintrag, den ich interessanterweise genau vor einem Jahr geschrieben habe!).

Weil ich demnächst einen spannenden Termin habe, bin ich schon seit Tagen auf der Suche nach einer schwarzen Umstandshose. Bei Mamikreisel wurde ich nicht fündig und bei Zalando müsste ich tief in die Tasche greifen. Meine Suche in der Stadt nach so einer Hose war ebenso erfolglos. Ich fragte gestern die Mädels auf Instagram, ob sie einen Tipp für mich hätten oder möglicherweise eine sogar verkaufen würden.

Heute Morgen brachte ich meine Tochter in den Kindergarten. Auf dem Rückweg trug ich einen kleinen Karton mit Umstandsmode nach Hause. Eine Mama aus dem Kiga, die weder auf meinem Blog noch bei Instagram mitliest, wollte mich einfach beschenken. Sie war die Hebamme meines Sohnes und sie gehört zu diesen herzensguten Frauen, deren Lächeln ansteckend und Umarmungen wohltuend sind. Als ich nach Hause ging, war ich sehr nervös. Sollte sich wirklich eine schöne schwarze Hose im Karton befinden? Mein Herz pochte schneller, denn ich ahnte dass Gott mir etwas zeigen wollte.

Ich schloß die Haustür auf und lief die Treppen hoch. Hastig packte ich den Karton aus. Inmitten von qualitativ hochwertigen Still-BHs, Babyfläschchen und Kleidern lag eine schwarze Stoffhose in Größe 40.

Wieso macht Gott sowas? Wieso beschenkt er mich so häufig? Warum ist nur so gnädig? Ich staune über seine zahlreichen Geschenke in meinem Alltag. Sie machen mich sprachlos, demütig und ehrführchtig. Hinter jeder Situation meines Alltags, ruf ich dankbar aus: seine Gnade hört niemals auf!

Er hat mir bei dem Frühstück so eine gute Gemeinschaft mit den Mädels geschenkt. Seine Gnade hört niemals auf!

Er hat meinen Sohn mit tollen Schuhen für die nächste Jahreszeit ausgestattet. Seine Gnade hört niemals auf!

Er hat mich mit einer wunderbaren schwarzen Hose beschenkt. Seine Gnade hört niemals auf!

Er ist mir durch diese Gaben in meinem Alltag begegnet. Seine Gnade hört niemals auf!

Er hat mir anhand der Hose ganz praktisch gezeigt, dass er meinen kleinen abenteuerlichen Kurztrip unterstützt. Seine Gnade hört niemals auf!

Seine Gnade hört einfach niemals auf, ihr Lieben!

Was hab ich nur für einen Gott!?