Gott ist gut, ob es mir gut geht oder nicht

Ihr Lieben,

ich hab manchmal den Eindruck, dass es da ein kleines theologisches Missverständnis gibt. Kann es sein, dass wir heute so daran gewöhnt sind, dass es sich immer alles um uns und unsere Bedürfnisse dreht? Und dass wir möglicherweise diese „mach-mich-glücklich-Einstellung“ auch auf Gott übertragen. Dass wir von ihm erwarten,

dass er uns zu unserem Erfolg verhilft,

dass er uns mit Gutem überschüttet,

dass er uns heilt.

Aber so wichtig wir auch sind: Es geht nicht immer nur um unser Wohlergehen. Und ich will nicht meinen Glauben von der Anzahl der Segnungen abhängig machen. Sicher, sie erinnern mich täglich an seine Gnade, Liebe und Treue. Und sie ermutigen mich, stärken mich, trösten mich. Aber ich will Gott nicht an erster Stelle dafür anbeten, was er für mich persönlich tut, sondern für das was er ist.

Es ist nicht leicht und es fühlt sich nicht natürlich an. Aber ich will von mir wegschauen. Die Selfie – Kameraeinstellung, die ständig auf mich gerichtet ist, ändern. Weg von mir. Hin zu ihm. Und meine Kamera auf sein Licht richten. Auf seine Herrlichkeit. Seine erhabene Majestät. Denn es geht doch um ihn. Den heiligen Gott. Den Schöpfer der Welt, der Himmel und Erde in seiner Hand hält. Und dem alle Ehre gebührt.

„Es ist niemand heilig wie der HERR,
außer dir ist keiner,
und ist kein Fels, wie unser Gott ist.“ (1. Sam 2,2)

Ich will ihn anbeten, weil er Gott ist. Weil er Schöpfer, Retter, Vater, Richter und Freund ist. Für das was er ist. Und dann erst für das, was er in meinem Leben tut. Diese Reihenfolge ist wichtig.

Denn dann bleibt meine Anbetung immer noch, selbst wenn das Wunder ausbleibt. Dann kann ich trotzdem die Hände erheben, selbst wenn sich der Boden unter meinen Füßen verliert, und es Nacht um mich herum wird.

Es ist jetzt in ruhigen Zeiten leichter gesagt, als getan aber ich denke, wenn ich jetzt schon diese Ausrichtung habe, dann ist sie in schwierigen Zeiten besonders hilfreich.

Ich wünsche mir, dass ich dann wie der bekannte Daniel aus der Löwengrube sagen kann: Ja, Gott kann mir helfen, Gott kann mich retten, Gott kann mich schützen. Aber auch wenn er es nicht tut, ist er trotzdem gut und ich werde keinen anderen Gott anbeten (Daniel 3).

Denn sein Wesen hängt nicht von meinen Umständen ab. Seine Güte bleibt. Ob es mir gut geht oder nicht.

Sein Friede in meinem Alltag

538A4001Ich finde das Wort Gelassenheit hört sich schon lässig an. Es vermittelt Ruhe und irgendwie auch Zufriedenheit. Es klingt nach einer stressfreien Zone, nach einer Schaukel in den Bergen, auf der ich Füße und Seele baumeln lassen kann. Es mögen dunkle Wolken aufziehen und windig werden aber meine innere Ruhe lässt sich davon nicht beeinflussen. Gleichzeitig bin ich auch nicht gleichgültig. Ich sehe das Unwetter kommen, ich bin präsent und aufmerksam. Aber mein Stresspegel schießt nicht so schnell in die Höhe, wie der Blutzuckerspiegel nach einer Tafel Schokolade.

Wie werde ich denn innerlich gelassen, so dass ich nicht immer vom Schlimmsten ausgehe, so dass ich beim nächsten kritischen Kommentar nicht wieder total traurig werde oder beim nächsten Fehlverhalten von mir nicht grenzenlos enttäuscht bin?

Gelassenheit ist kein Produkt, das ich im aktuellen Aldi Prospekt entdecke und am Montag darauf im überfüllten Discounter kaufen kann. Gelassenheit ist eine Folge, ein Resultat, etwas das entsteht. Wie zum Beispiel ein leckerer Kuchen.

Eine entscheidende Zutat ist der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft (Phil. 4,7).

Immer wenn du entmutigende Gedanken hast, muss du wissen: Sie sind vom Feind. Die sollen dich zerstören, dich unterkriegen, dich beängstigen. Gott ist da anders. Sein Ziel sind Gedanken des Friedens:

Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung.“ Jeremia 29,11.

Dein Stress sagt dir „Du kannst es nicht, du bist nicht gut genug, die Aufgabe ist zu schwer“. Gottes Shalom sagt dir: „Nur Mut, vertraue auf mich, ich habe alles in der Hand!“

Gerade als Mama von drei Kindern, erlebe ich tagtäglich emotionale Achterbahnfahrten. Mal sind hier alle gut drauf, mal alle übermüdet, enttäuscht, verletzt oder überglücklich. Ich erlebe gefühlt hundert Mal am Tag Beinahe-Unfälle und Momente der Überforderung. Ich durchlebe Ängste und Selbstzweifel und gelassene Reaktionen empfinde ich schwerer als 100 Liegestützen. Daher weiß ich eins: Diesen übernatürlichen Frieden brauch ich. Diesen Jesus will ich.

In Johannes 14, 27 verspricht mir Jesus seine Frieden. Und ich nehme ihn beim Wort:

„Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.

Auch wenn es traumhaft wäre, mal in den Alpen auf einer Aussichtsschaukel die Füße und Seele baumeln zu lassen, ist diese Vorstellung für mich fernab jeglicher Realität. Ich habe kleine Menschen um mich herum, die mich brauchen, die mich fördern und fordern. Hier will ich präsent sein in meiner kleinen Welt. Hier will ich eine Atmosphäre des Friedens schaffen. Um bei meinen Herausforderungen friedlich zu reagieren, brauche ich Seine Quelle. Seinen Geist.

Gelassenheit ist daher unabhängig von Ort und Zeit, sie gründet vor allem in Gottes tiefem Frieden, in der Frucht des Heiligen Geistes und dieser ist nicht nur im Urlaub erhältlich. Ganz im Gegenteil, gerade im Stress des Alltags, ist sein Shalom so mächtig. Und gibt mir eine göttliche Alternative zur üblichen menschlichen (Über-)Reaktion.

Segensgrüße, Lena

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Schmutzige Fenster, kurze Nächte und was das Haus zu einem Traumhaus macht

538A3725Das Wetter am vergangenen Wochenende, ihr Lieben! Traumhaft, oder? Die Sonnenstrahlen machten die freien Tage zum Fest und unsere Wohnung zur Sauna. Naja und unsere Fenster zeigten sich natürlich nur von der schönsten Seite. In Israel waren schmutzige Fenster normal. Der Wüstensand war einfach zu hartnäckig. Verstaubte Fenster waren so normal, wie das Hupen im israelischen Straßenverkehr. Doch hier, in der reinheitsliebenden Kultur, in der ich zuhause bin, sind saubere Fenster irgendwie das Aushängeschild eines Hauses.

Ich befürchte uns sind saubere Fenster manchmal wichtiger als der Zustand unserer Seele. Was sich im ersten Moment übertrieben anhört, beweise ich fast jeden Morgen aufs Neue. Ich nehme auch erst die Bibel zur Hand, wenn ich das Frühstück abgeräumt habe und die Küche wieder sauber ist. Das ist in der Regel die Reihenfolge. Doch weil das Babybärchen dann meist schon wieder müde und anhänglich wird, komme ich manchmal dann doch wieder nicht zum Lesen und trage es in den Schlaf. Wenn es dann schläft, nutze ich gern die Zeit mich frisch zu machen, Wäsche zu waschen, noch schnell hier und da zu wischen oder zu schreiben. Oh, es ist plötzlich schon 11 Uhr und ich beginne mit dem Mittagessen…. Kaum Input, dafür aber eine saubere Wohnung. Im Ernst, Lena? Saubere Fenster, dafür aber ein verstaubtes Herz? Wohl dem, der hier die Prioritäten richtig setzt.

Wie unsere Nächte zurzeit sind, seht ihr daran, dass ich die Lieder im Morgenkreis beim Kindergarten meiner Tochter nicht singe, sondern gähne. Hier ist gerade nachts die reinste Party, nur ohne Discokugel. Die Bewegungen, die wir mit unserem Baby in der Trage machen, könnten ja vielleicht als Tänze durchgehen. Denn unser Baby mag es, wenn wir leichtfüßig über unseren Korkboden schweben. Und Musik haben wir auch. Vorzugsweise klassische Musik. „Schlaf, Kindchen, schlaf..“, „Weißt du wieviel Sternlein stehen…“. So gut, dass Daniel noch zu hause ist, bevor dann wieder der Urlaub die Arbeit beginnt. Unser Baby schafft auf jeden Fall genug Arbeitsplätze für zwei Volltags-Beschäftigte. Nur was die Vergütung angeht, da könnten wir nochmal ins Gespräch kommen. Das Schöne bei kurzen Nächten ist das Vogelzwitschern in der Frühe, der klare Sternenhimmel oder die Gebete, die du für dein Baby sprichst, während es eingekuschelt im Schlafsack in deinen Armen liegt. Aber wehe, du versuchst es wieder ins Bett zu legen. Dann geht hier eine Sirene los… Apropos nächtliche Ruhestörung. Die unterbrochenen Nächte führen auch dazu, dass man zu aufmerksamen Nachbarn wird. Letztens haben wir die Polizei gerufen, weil hier eine seltsame Gestalt an den Autos auf der Straße rumschnüffelte. Sogar in unserer Einfahrt! Und am Wochenende erst, weil sich Jugendliche meinten mit einem Messer angreifen zu müssen. Die Polizei kam viel zu spät und so mussten Daniel und ich auf die Straße und haben so laut die Jungs angeschrien, dass sie das Messer wieder wegsteckten. Ob es an meiner Stimme lag, dass wir sie in die Flucht schlugen, oder an meinem Erscheinungsbild sei dahingestellt. Barfuß, mit zerzausten lockigen Haaren…. ein Tag später hatten wir dann auch noch Kontakt mit dem Notarzt. Leider mussten wir ihn rufen, weil es meiner Oma nicht gut ging. Das Wochenende war recht actionreich, wie ihr merkt.

Aber es war auch schön. Nicht nur das Wetter war wunderbar, sondern auch der Besuch bei unseren lieben Freunden. Sobald ich ihre Haustür betreten habe, suchte ich meine Kamera. Mit Fotos aus diesem Haus könnte ich glatt die #instagraminteriorchallenge von Daniels Cousine Lilli aka kitschcanmakeyourich auf Instagram gewinnen. Unsere Freunde sind in so ein wunderschönes Haus gezogen, ich wollte mich am Abend gar nicht mehr verabschieden. Denn genauso stelle ich mir unser zukünftiges Eigenheim vor: Viel Holz, viel Weiß, viel Grün. Goldene Bilderrahmen, ein antikes Klavier, die Terrasse direkt neben dem Wohnzimmer und viel Raum zum Atmen. Und die Küche, ihr Lieben, ich sag’s euch: einfach traumhaft. Sie ist größer als unsere ganze Wohnung. Doch wisst ihr, was das Schönste an diesem Haus ist? Ja, sicherlich auch die stilvolle Einrichtung. Doch das, was es zu so einem geborgenen und gemütlichen Ort macht, ist vor allem die Liebe, die die Familie ausstrahlt. Diese natürliche Herzlichkeit. Diese Einfachheit. Diese Wärme. Erst durch diese Eigenschaften wird ihr Zuhause zu einem Zufluchtsort. Zu einem Heim, statt einem Haus. Zu einem Ort der Begegnung. Der Begegnung mit Gott.

Das Beste Interior, das wir für unsere vier Wände haben können, ist Gottes Liebe. Wenn sein Geist, unser Fundament ist und in jedem Detail unseres Hauses sichtbar wird, ja dann besitzen wir kein Eigenheim, sondern ein Traumhaus. Ein Traumhaus trotz chaotischer Realität, mit sauberen oder schmutzigen Fenstern, Babybrei am Fußboden, Geschwisterstreitigkeiten und familiärer Harmonie. Wenn Jesus in unserem Haus zuhause ist, dann sind wir wahre Glückspilze. So wie unsere Freunde.

Segenregen, Lena

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Kinder und Karriere oder Gottes Wille für mein Leben

Ich stand an diesem kalten Januartag am Türrahmen zum kleinen Seminarraum und verabschiedete die Prüfungskommission. Noch immer zitterten meine Hände leicht und ich lächelte nervös. Jeder Einzelne der sechs Professoren gratulierte mir zur erfolgreich bestandenen Verteidigung meiner Doktorarbeit und verabschiedete sich mit ein paar netten Worten. Ein emeritierter Professor warnte mich freundlich davor, nun nach der Promotion nicht in ein dunkles Loch zu fallen. Vielen Doktoranden sei es schon so ergangen, nachdem die große Arbeit getan war. „Keine Sorge“, erwiderte ich. „Das kann mir nicht passieren. Ich habe zwei Kinder, die mich auf Trab halten. Und das kleine Baby im Bauch wird es sicher auch bald tun“.

Ich wurde immer mal wieder gefragt, wie ich Kinder und Karriere unter einen Hut bekomme. Und immer wieder lautet meine Antwort: Gnade. Denn es ist Gott, der mir diese Segnungen schenkt und allein ihm habe ich Familie und Studium zu verdanken. Deshalb habe ich auch bei der Promotionsfeier vor allen Professoren, Doktoranden und Familien nicht nur meinen Lieben für die Unterstützung gedankt, sondern auch Jesus.

Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass Gott mit jedem Einzelnen von uns seinen besonderen Plan hat. In der Praxis sieht es dann so aus, dass er entweder Türen öffnet oder diese schließt. In meinem Fall hat er die Promotionstür geöffnet, ohne dass ich die Türklinke in die Hand genommen habe. Wenn der Professor nach dem Master vorschlägt die Arbeit zu erweitern und darin zu promovieren, ist das eine offene Tür. Nein, sogar eine sperrangelweit geöffnete Tür. Ich meine, bei meinen Voraussetzungen. Mein Abidurchschitt lag bei 3,0, meine Zwischenprüfung in Anglistik habe ich beim ersten Durchlauf nicht bestanden und als Russlanddeutsche kenne ich zwei Sprachen, doch keine davon perfekt. Häufig bewunderte ich meine Kommilitonen um ihre rhetorischen Fertigkeiten und ihren akademischen Backgrounds. Die universitären Abschlüsse lagen denen quasi in den Genen, während ich mich in der Uni gefühlt hatte, als wäre ich im Ausland. Ich fand es interessant dort aber ich habe mich unheimlich fremd gefühlt.

Jeder von uns hat also seinen persönlichen Weg, den er geht. Jede Familie ist individuell und hat ihre speziellen Umstände. Manchmal kommt man an Kreuzungen, an denen man nicht weiterweiß. Neue Entscheidungen müssen getroffen werden, neue Schritte gegangen werden. Soll der Beruf gewechselt werden? Ist es Zeit für ein Baby? Oder soll erst noch die Fortbildung gemacht werden? Fragen über Fragen. Was ist dabei Gottes Wille?

Ich möchte in diesem Blogpost meine drei Prinzipien mit euch teilen, die mir unendlich viel Frieden geben, wenn ich mich auf einer Kreuzung meines Lebenswegs befinde. Sie basieren auf den Psalm 25, der so viele gute Praxistipps für unseren Alltag hat.

  1.  Lass den Druck raus!

„Herr zeige die Wege, die ich gehen soll und weise mir die Pfade, die ich gehen soll. Führe mich und lehre mich nach deiner Wahrheit zu leben, denn du bist der Gott, der mich rettet. Auf dich hoffe ich zu jeder Zeit.“ Psalm 25, 4-5

Ich bin überzeugt davon, dass Gott für mich mehrere Wege vorbereitet hat. Es gibt nicht nur diesen einen Beruf für mich, den ich ausüben soll. Ich kann aber ich muss nicht, denn Gott hat mir unterschiedliche Interessen und Begabungen geschenkt und ich darf mich entfalten. Es gibt nicht nur diesen einen Wohnort für mich, an dem ich leben soll. Ich kann aber ich muss nicht. Vor der Hochzeit hätte ich auch theoretisch einen anderen Jesus begeisterten Mann heiraten können. Gott sei Dank, habe ich Daniel kennen gelernt. Und weil er der Einzige war, bei dessen Liebe ich keine Furcht spürte (1. Johannes 4,18), sagte ich Ja! Nun befinde ich mich auf diesem Eheweg mit Daniel und wir beten, dass Gott uns gemeinsam alt werden lässt.

  1. Lass dich leiten!

„Wie steht es mit dem Menschen, der den Herrn ernst nimmt? Der Herr wird ihm den Weg zeigen, den er gehen soll“. V. 10

Weil ich mit Jesus unterwegs bin, zeigt er mir seine Wege. Dies ist dann kein Versteckspiel, sondern eine deutliche Erfahrung. Als beispielsweise Daniel und ich in Afrika für mehrere Monate ein Urlaubssemester gemacht haben, verspürten wir einen klaren Kinderwunsch. Wir waren erst 1 ½ Jahre verheiratet und mitten im Studium. Aber die beruflichen Umstände empfanden wir nicht als Hindernis. Ganz im Gegenteil, Gott schenkte uns so viel Frieden und Vertrauen und ich flog schwanger zurück nach Deutschland. Immer wenn der Kinderwunsch bei uns aufkam, baten wir Gott für ein Wunder. Wir rechneten nicht nach, was es für uns finanziell hieß und wir machten uns auch kein Stress, ob unsere Karriere es zuließ. Denn eins war klar: Kein beruflicher Werdegang dieser Welt, wäre uns wichtiger als unsere Kinder.

Nach dem Abitur wusste ich gar nicht, ob ich eine Ausbildung machen sollte oder vielleicht doch studieren gehen wollte. Also hinterfragte ich meine Interessen und Fähigkeiten und schon bewarb ich mich an der Uni. Ich studierte Linguistik, Anglistik und Judaistik allein aus dem Grund, weil sie mich einfach interessierten. Ständig musste ich Freunden erklären, was man überhaupt mit diesen Fächern eines Tages machen kann. Und ehrlich gesagt, wusste ich es selber auch nicht so recht. Aber hey, sie interessierten mich einfach. Dass ich für diese Fächer ein Studienplatz erhielt, war für mich eine offene Tür von Gott. Also ging ich hindurch und studierte. Nicht immer mit Erfolg. Aber das war auch nie meine Devise. Schritt für Schritt wollte ich gehen. Und immer mit Gott im Blick.

  1.  Lass der Angst keine Chance!

„Ich vertraue auf dich“. V. 20

Wenn ich dann einen Weg einschlage, schaue ich nicht zurück. Es gibt dann kein „Ach-hätte-ich-die-Kinder-später-bekommen“ oder „Ach-hätte-ich-doch-jemand-anderes-geheiratet“. Nein, „Ich richte meine Augen stets auf den Herrn“ (V. 15) und ich vertraue ihm (V29). Weil ich wusste, dass Gott mir die Promotion ermöglicht hat, war ich mir seiner Hilfe sicher. Er hätte mich natürlich auch durchfallen lassen können und mir damit gleichzeitig einen anderen Weg eröffnet. Er ist souverän. Er darf das. Weil Gott mir Kinder anvertraut hat, weiß ich, dass ich den Mamaweg nicht alleine gehe. Was auch immer er in meinem Leben vorhat, ich bin nicht allein. Und diese Tatsache macht mir so viel Mut.

Wisst ihr, ich bin von Natur aus ein sehr ängstlicher Mensch. Aber wenn Gott mir eine Tür öffnet, nutze ich sie. Auch wenn ich dabei kreidebleich werde und meine Hände schwitzen. Als ich letzten Frühjahr überraschenderweise die Einladung zum Kanzleramt erhalten hatte, war ich nicht nur nervös. Ich hatte Angst. Sollte ich mich wirklich zu Beginn des 9. Schwangerschaftsmonats in den Flieger setzen? Wäre das nicht zu viel Stress für unser Ungeborenes? Aber ich flog nach Berlin und konnte mit unserer Kanzlerin an einem Tisch sitzen- Was für eine tolle Erfahrung.

Als wir die Möglichkeit bekamen unsere Elternzeit im Ausland zu verbringen, wurde ich ganz nervös. Mit einem Neugeborenen in die Wüste Israels? Nach Amerika mit drei kleinen Kindern? Und das obwohl das Gesundheitswesen dort so kompliziert sein soll? Und was ist mit den vielen Flügen? Werden wir vielleicht alle abstürzen? Fragen über Fragen. Sorgen über Sorgen.

Doch so stark sie auch waren und immer noch sind: Meine Hoffnung setze ich auf den Herrn (V. 21), den Schöpfer des Universums, mein Vater im Himmel, mein Gott, der mich rettet (V. 5). Auf ihn hoffe ich zu jeder Zeit (V. 5). Diese Kraft ist mächtiger, stärker und so viel wirklicher. Und deshalb gehe ich neue Wege, denn mir ist die Gegenwart Gottes gewiss in jeder Situation meines Lebens. Und wisst ihr was? Dieses Vertrauen in Gottes Hilfe ist so unglaublich bereichernd und befreiend. Es nimmt den Druck raus und macht den eigenen Lebensweg richtig spannend und gleichzeitig sehr besonders.

Nun bin ich eine Dr. Mama. Im Moment bin ich ausschließlich für meine Familie da und kümmere mich um ihre Bedürfnisse. Ich genieße diese intensive Familienzeit sehr und kann so viel von meinen Kindern lernen. Wenn ich aber den Eindruck habe, dass Gott mir eine weitere Tür öffnet, will ich darüber beten und Schritte wagen. Im Vertrauen darauf, dass er mich führt und wunderbar leitet, freue ich mich dann auf weitere Abenteuer.

Er heilt die Wunden

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„Lena, du und ich, wir müssen uns eingestehen, dass wir nicht unbedingt die hübschesten Frauen sind. Wir haben halt unsere optischen Problemstellen. Das ist einfach so!“

Diese Worte wurden vor vielen Jahren tief in mein Herz gehämmert. Zwischen Tür und Angel mit einer riesigen Schwungkraft: „Du bist nicht hübsch!“ Die Kraft des Hammers war gewaltig. Der Nagel wurde stark geschlagen, das Herz riss an dieser Stelle ein……

Diesen für mich doch sehr persönlichen Text findest du bei der Lydia.

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