Nächstenliebe

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Nächstenliebe.

Ist das nicht ein bisschen zu viel verlangt? Wie soll das funktionieren, wo es doch Menschen gibt, die einen derart herausfordern, dass nur ein Straßenwechsel möglich ist? Ganz ehrlich, das ist menschlich unmöglich.

Aber wo die menschliche Kraft versagt, kommt Gottes Kraft ins Spiel. Und hier ist die Antwort darauf, wie sich in unseren Herzen Nächstenliebe entwickeln kann, obwohl uns gar nicht danach ist, obwohl uns der Andere einfach unsympathisch, komisch oder schlichtweg fremd vorkommt.

Die Antwort darauf, habe ich heute Morgen in der Stillen Zeit entdeckt. Es war noch dunkel, die Kerze brannte und der Kaffee half meiner Müdigkeit hinweg, als ich den Schlüssel fand. Den Schlüssel zu einer viel zu großen und schweren Tür, die sich Nächstenliebe nennt. In fetten Buchstaben steht auf dem Schlüsselanhänger:

Ehrfurcht vor Gott.

Das ist der entscheidene Faktor. Es ist die Ehrfurcht vor Gott, die meine Nächstenliebe motiviert (2. Petrus 1,7). Und es ist die Ehrfurcht vor Gott, die meine Sicht immer wieder korrigiert.

Denn wenn ich Respekt vor Gott habe, dann respektiere ich auch seine Geschöpfe. Menschen wie du und ich, die nach seinem Ebenbild geschaffen sind (Jakobus 3,9). Es ist ein No-Go Gott zu loben, seine Geschöpfe aber im selben Atemzug zu verfluchen. Diese Kombi geht nicht. Ich kann nicht Gott ehren und über meine Freundin lästern. Ich kann nicht Gott anbeten und gleichzeitig über die Flüchtlinge herziehen. Ich kann nicht beten, meinen Partner aber beschimpfen.

Es ist irgendwie so, als würden wir einem ***** Koch sagen „Sie sind ein wahnsinnig guter Koch aber was sie da kochen gehört in die Tonne“. Segen und Fluch im gleichen Atemzug (Jakobus 3). Leider total alltagsnah. Und leider total menschlich.

Immer wieder darf ich meine Perspektive erneuern lassen. Denn im Hinblick auf Gott wächst mein Respekt gegenüber dem Menschen. Einfach aus dem Grund, weil wir den selben Schöpfer haben. Manchmal wird es zur echten Liebe, manchmal einfach die Achtung vor der Würde des Einzelnen. Nächstenliebe in der Praxis ist schwer. Aber der Gedanke daran, dass ich den selben himmlischen Vater habe, wie mein Nächster, verändert eine Menge in mir.

Das Herz von uns allen ist rot. Das ist unsere gemeinsame Farbe. Und sein Blut ist für uns alle geflossen.

Segensgrüße, Lena

 

Liebe ist…

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… wenn die Ewigkeit deines Partners, deiner Kinder, deiner Freunde und Familienmitglieder dir nicht egal ist.p1300813

Dann sind nicht nur wunderschöne Blumen, kreative Karten oder leckere Kuchen Möglichkeiten für Liebeserklärungen, sondern ebenso:

Ermutigungen, Gebete und aufopfernde Beziehungen, die Jesus groß machen.

Alles Liebe zum Valentinstag, eure Lena!

Segen verdoppelt sich, wenn man ihn teilt

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Letztes Jahr verschenkte meine Freundin ein Kinder-Fahrrad und fragte ob wir es nicht haben wollen. Ich wusste genau: Was für ein Segen- wir brauchen bald eins für unseren Großen. Zwar noch nicht gleich aber sicherlich in einem halben Jahr. Okay, in einem dreiviertel Jahr. Na gut, lass es ein Jahr sein…

Für meinen Mann war klar, dass sich ein Flüchtlingskind sicher darüber freuen würde. Eigentlich machte das ja auch mehr Sinn. Warum sollte ein Fahrrad im Keller unbenutzt stehen, wenn doch ein anderes Kind es genau Jetzt fahren konnte.

Diese Geschichte geriet in Vergessenheit, bis ich sie die Tage wieder auskramte. Denn das schöne Wetter rief förmlich nach Fahrradtouren. Ich dachte daran, dass mein Sohn jetzt dieses besagte Rad fahren könnte, wenn wir es nicht abgegeben hätten.

Ist das nicht verrückt? Obwohl wir als Familie so gerne Abgeben und Teilen, werde ich trotzdem immer mal wieder von so blöden Gedanken eingeholt. Ich kann sie zwar relativ schnell wieder vergessen aber Fakt ist, sie sind manchmal da und verwirren mein Herz.

Ein spendables und großzügiges Leben macht auf den ersten Blick nicht immer Sinn. Es braucht Vertrauen und Überzeugung das Richtige zu machen, auch wenn es wirtschaftlich gesehen nicht richtig erscheint. Doch wenn ich eine Sache in den letzten Jahren gelernt habe, dann diese: Ein spendables und großzügiges Leben macht immer frei. Frei zu geben, zu teilen, zu segnen und sich mit anderen zu freuen.

Wir als Familie erleben, wie Gott unsere Hände über die Maße füllt. Werden sie vermeintlich leer, weil wir helfen konnten, füllt Gott sie wieder auf. „Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein“, scheint Gottes Motto zu sein. Es entsteht ein spannender Kreislauf, ein interessanter Alltag, ein Leben in Fülle.

Ich fürchte, wenn wir uns als Familie an materiellen Dingen fest klammern würden, könnten unsere Hände nicht geöffnet sein. Nicht zum Abgeben aber auch gleichzeitig nicht zum Empfangen. Deswegen bin ich mir absolut sicher, dass ich diese Tage noch ein tolles Fahrrad für meinen Sohn finde. Sei es kaputt, gebraucht oder niegelnagelneu. Ich sag`s ja, dieses Leben mit Gott ist spannend und immer für Überraschungen gut. Ich muss mich nur drauf einlassen.

Sicherlich kennen einige das Zitat: „Liebe ist das Einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt“. Aus meiner Erfahrung, gehe ich ein Schritt weiter und ergänze:

Auch Segen verdoppelt sich, wenn man ihn teilt.

Einfach teilen

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Nä̱chs·ten·lie·be

Substantiv [die]

  1. die Liebe und Rücksicht, die man seinen Mitmenschen entgegenbringt.

 

Was bin ich dankbar für diese wundervollen und bequemen Sommerschuhe, die letztes Jahr einfach vor meiner Haustür in einer Tüte lagen. Scheinbar sind sie second hand aber ich finde sie sehen neu und ungetragen aus.

Für eine liebe Freundin waren diese Schuhe zu eng und anstatt sie weg zu schmeißen, kamen sie an meine Adresse. Ist es nicht wunderbar, wenn man gern teilt und abgibt und auf diesem Wege andere Menschen so einfach segnet?

Ich fühle mich sehr beschenkt und freue mich, dass die Sonne scheint und ich dieses stylische Exemplar nun tragen kann. Jetzt fehlt nur noch die entsprechende Pediküre (naja und die warmen Temperaturen natürlich auch ;) ) und die Sandalen-Saison kann kommen.

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Hast du in der letzten Zeit auch mal eine Segnung erfahren, die dich in deinem Alltag total überrascht hat?

 

Verplante Kindheit?!

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„Also, mein Sohn hat jetzt sein Seepferdchen gemacht. Außerdem geht er ja noch reiten und spielt ja im Fußballverein. Das macht ihm alles voll Spaß und fördert natürlich nebenbei seine Motorik“, erzählt mir eine Mutti ganz stolz und fügt noch schnell hinzu: „Und für die musikalische Frühförderung, geht er noch in die Musikschule.“

Auf dem Heimweg lass ich das Gespräch noch mal Revue passieren. Wahnsinn, denke ich mir, wie voll die Tage dieses Kindergartenkindes sind. Mit seinen 5 Jahren belegt das Kind mehr Kurse als ich es in meinem ganzen Leben getan habe. Kurz bekomme ich einen Anflug von Panik. Vielleicht reichen der Fußball und der Kinderchor für unseren Sohn nicht aus. Soll er vielleicht noch zum Judo und ist es jetzt nicht an der Zeit ein Instrument zu erlernen? Und warum in aller Welt haben alle Kinder um ihn herum schon das Seepferdchen und unser Sohn noch nicht. Und was ist mit unserer Tochter? Wieso geht sie nicht schon zum Ballet oder zum Turnen?

Es müssen erst einmal paar Minuten vergehen, bis ich wieder klar denken kann. Für eine kurze Zeit habe ich nämlich vergessen, dass wir doch ganz bewusst nicht zu viele Termine für uns und unsere Kinder planen. Mein Liebster und ich wollen nämlich, dass unsere Kids vor allem ganz viel freie Zeit für sich und ihre Spielideen haben. Denn wenn ihnen danach ist, sollen sie in ihrer gewohnten Umgebung:

– malen, toben oder sich verkleiden können.

– in der gemütlichen Kuschelecke liegen und verträumt in Büchern blättern und dabei in andere Welten tauchen.

– ihre Lieblingsmusik hören und tanzend mit schreien singen.

– sich auch Langweilen können. Denn dadurch entstehen die interessantesten und kreativsten Dinge.

All das sind Phasen oder Momente, die so extrem wichtig und bereichernd für ihre Persönlichkeitsentwicklung sind. Ohne Leistungsdruck und Vorgaben können sie sich auf diese Weise individuell entfalten und ihre Kindheit genießen.

Je älter meine Kids werden, desto deutlicher merke ich wie schnell der Terminkalender voll werden kann und sich so etwas wie Freizeitstress entwickeln kann. Gut gemeinte Aktivitäten am laufenden Band. Eigentlich sollen sie Spaß machen aber irgendwie sind danach alle erschöpft. Die Eltern fühlen sich wie gestresste Taxifahrer und die Kids gefordert, anstatt liebevoll gefördert.

Ich weiß der Alltag hat es in sich. Und der Gesellschaftsdruck ist hoch. Und Vereine sind was Tolles. Aber irgendwie wünsche ich mir, dass unsere Familie immer wieder das Hamsterrad bremst und inne hält. Ich will nämlich, dass meine Kiddis ihre Umwelt erkunden und genießen können ohne von einer Aktion zu anderen, von einer Insel zur anderen transportiert zu werden. Daher wollen wir als Eltern die Termine unserer Familie hinterfragen und schauen, ob sie uns allen gut tun.

– Bereichern sie uns oder fühlen wir uns dabei gehetzt?

– Lassen sie uns ermüden, so dass wir als Familie gelebt werden anstatt zu leben?

– Nehmen wir uns die Zeit füreinander und unsere Mitmenschen, um einander zu dienen und Jesus groß zu machen? Oder haben wir vor lauter Termine keine Zeit für uns und für diejenigen, die uns brauchen?