Scheinen, statt zu Schimpfen

In der Schule gab es heute ein großes buntes Fest und bis einschließlich Dienstag ist hier schulfrei angesagt. Willkommen im Rheinland, ihr Lieben!

Karneval gehört hierher, wie der schiefe Turm zur Stadt Pisa. Du musst schon für diese närrische Zeit verreisen, wenn du ihr entkommen willst.


Ich liebe es, wie wir als Christen die Möglichkeit haben unser Umfeld mitzugestalten und zu prägen. Wie wir unsere Werte leben, inspirieren und zum Nachdenken anregen können, einfach aus der Tatsache heraus wie wir beispielsweise  die Feste feiern. Natürlich kann man den Rückzug wählen aber was ich noch spannender finde, ist wenn man für Inspiration sorgt und zum Nachdenken anregt, in dem man einen Unterschied macht.

So halten wir es als Familie, dass wir immer alles prüfen aber das Gute behalten. Freude, Gemeinschaft und Konfetti? Da simma dabei, dat is prima! Trunkenheit und Unmoral? Da simma NET dabei, denn das sind nicht unsere Werte.

Natürlich könnten wir jetzt beim Karneval nur das Schlechte suchen und darüber schimpfen. Aber ich glaube als Christen sind wir keine Richter, sondern Zeugen. Unsere Aufgabe ist nicht das Richten, sondern das Lieben. Unsere Aufgabe ist nicht das Versteckspiel, sondern Licht zu sein.


Und wie das praktisch am Effektivsten aussieht, dürfen wir uns alle tief im Herzen selber fragen

Apfelernte und das Geschenk der Liebe

Meine Füße sind noch ein wenig kalt und ich genieße die behagliche Wärme unseres Wohnzimmers. Am Vormittag sind wir zu fünft auf einer wunderschönen Apfelplantage gewesen. Dort grasten fünf Rehe zwischen den Bäumen, doch als sie uns entdeckten liefen sie zurück zum Wald. Der kleine Bär schlief bei Daniel in der Trage und die beiden Großen riefen begeistert, wenn sie die einsamen Äpfel auf den Bäumen entdeckten.

Der Bauer hatte uns erlaubt nach der diesjährigen Ernte einige der übrig gebliebenen Äpfel zu pflücken und es war ein wunderschönes Erlebnis für die gesamte Familie. Eine ganze Kiste mit besonders aromatischen und regionalen Äpfeln steht nun in der Garage und jeder verzehrte Apfel wird nun besonders genossen und gewertschätzt. Denn dieses Obst wurde nicht einfach im Supermarkt gekauft, sondern selbst geerntet. Mit aller Mühe die dazu gehörte, denn einige Äpfel hingen besonders hoch und andere wieder versteckten sich ganz geschickt zwischen den Blättern.

Es liegt in unserer Natur, dass wir Selbsterarbeitetes mehr Wertschätzung geben. Ich denke da an selbstgenähte Kleidung, selbstgemachte Marmelade oder selbstgeschreinerte Möbel. Da steckt so viel Zeit und Ernergie drin und daher blicken wir mit großer Achtung auf diese Dinge. Diese mag man dann gar nicht mehr hergeben, geschweige denn wegschmeißen.

Mit Gottes Liebe ist es manchmal schwieriger. Denn für diese haben wir im Vorfeld so rein gar nichts gemacht. Keine mühsame Arbeit, kein Verdienst unsererseits geht ihr vorran. Und trotzdem dürfen wir sie genießen und jeden Tag in Anspruch nehmen. Unser natürlicher Impuls will sie verdienen und aus eigener Kraft verdienen, doch bei Gott geht diese menschliche Rechnung nicht auf. In der Bibel heißt es, dass Gott uns zuerst geliebt hat (1. Joh. 4). Keine anstrengende Aktion unsererseits hat Gott dazu gebracht uns zu lieben. Vielleicht können wir dadurch diese besondere Gnade in unserem Alltag nicht immer bewusst wertschätzen und begreifen?

Ich möchte uns gern dazu ermutigen, über diesen Gedanken nachzudenken und uns Gottes Geschenk der Liebe neu bewusst zu werden. Ich sehe die frisch geernteten Äpfel auf dem Tisch und ich erinnere mich gerne an unseren wunderschönen Ausflug heute Morgen. Dankbarkeit erfüllt mein Herz. Genauso geht es mir gerade mit Gottes Liebe. Wenn ich an sie denke, wird mein Herz sogar noch wärmer, denn für sie habe ich heute Morgen gar nichts gemacht. Keine kalten Füße, keine Blessuren an den Händen, kein Verrenken und Verbiegen. Allein durch Gnade darf ich sie genießen.

Segensgrüße, Lena

Gnade und Wahrheit

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In wirklich allerletzter Sekunde haben Daniel und ich unsere letzten Elternstunden für dieses Jahr vorhin im Kindergarten absolviert.

Wir waren für das Unkraut Jäten zuständig und ich zweifle daran, dass wir die richtigen für diesen Job waren. Überaus motiviert rissen wir so viel Gestrüpp aus, dass sicherlich nicht nur Unkraut dazwischen war. So, ist das eben, wenn Minimalisten gärtnern.

Als ich mit meinen übergroßen Handschuhen Unmengen Kraut auf den Komposthaufen warf, kam mir ein Bibelvers in den Sinn. Einen, den wohl keiner handlettern und mit einem schönen Aquarell-Blumenkranz dekorieren möchte.

Ich würde mir auch keine Tasse oder ein Poster mit diesem Vers bestellen wollen: „Deshalb wird jeder Baum, der keine guten Früchte bringt, umgehauen und ins Feuer geworfen“ (Mat. 7,19). Mir sind da „Königskind“- Aufdrucke oder „Gott liebt dich“- Produkte viel lieber.

Und das empfinde ich als Problem. Denn wir haben nicht nur Verse, die uns ein gutes Gefühl vermitteln. Es gibt in der Bibel nicht nur Gnade, sondern auch Gerechtigkeit. Nicht nur Vergebung, sondern auch Schuld. Nicht nur „Du bist toll“ sondern auch „Du bist ein Sünder und deshalb brauchst du Jesus“.

Und gerade dieses ganze Evangelium ist so wichtig, so notwendig und heilsam. Nicht unbedingt populär und mit Sicherheit eine Garantie für weniger Follower in den sozialen Netzwerken aber es ist die ganze Geschichte. Gnade und Wahrheit.

Diese Tatsache ist so wichtig, wenn wir begreifen wollen, wer Jesus ist. Gerade die ursprüngliche Folge der Sünde zeigt ja, wie wahnsinnig groß seine Gnade der Vergebung ist (Röm. 6,23). Meine Königskind-Identität mach erst Sinn, wenn ich meine Rettung  verstehe.

Verse, wie der da oben, zeigen mir, wie Gott ist: gerecht, heilig, souverän. Und diese gehören genauso zu der Bibel, wie die wohltuenden und mindestens Millionen Mal geteilten Zitate aus Psalm 139.

Ich werde die Schwarzbrotzitate nicht unbedingt über meine Sofaecke hängen und auf Geburtstagskarten schreiben. Aber ich werde darüber nachdenken, Gottes Wesen kennenlernen und die Bedeutung der guten Nachricht auf mich wirken lassen.

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Schmutzige Fenster, kurze Nächte und was das Haus zu einem Traumhaus macht

538A3725Das Wetter am vergangenen Wochenende, ihr Lieben! Traumhaft, oder? Die Sonnenstrahlen machten die freien Tage zum Fest und unsere Wohnung zur Sauna. Naja und unsere Fenster zeigten sich natürlich nur von der schönsten Seite. In Israel waren schmutzige Fenster normal. Der Wüstensand war einfach zu hartnäckig. Verstaubte Fenster waren so normal, wie das Hupen im israelischen Straßenverkehr. Doch hier, in der reinheitsliebenden Kultur, in der ich zuhause bin, sind saubere Fenster irgendwie das Aushängeschild eines Hauses.

Ich befürchte uns sind saubere Fenster manchmal wichtiger als der Zustand unserer Seele. Was sich im ersten Moment übertrieben anhört, beweise ich fast jeden Morgen aufs Neue. Ich nehme auch erst die Bibel zur Hand, wenn ich das Frühstück abgeräumt habe und die Küche wieder sauber ist. Das ist in der Regel die Reihenfolge. Doch weil das Babybärchen dann meist schon wieder müde und anhänglich wird, komme ich manchmal dann doch wieder nicht zum Lesen und trage es in den Schlaf. Wenn es dann schläft, nutze ich gern die Zeit mich frisch zu machen, Wäsche zu waschen, noch schnell hier und da zu wischen oder zu schreiben. Oh, es ist plötzlich schon 11 Uhr und ich beginne mit dem Mittagessen…. Kaum Input, dafür aber eine saubere Wohnung. Im Ernst, Lena? Saubere Fenster, dafür aber ein verstaubtes Herz? Wohl dem, der hier die Prioritäten richtig setzt.

Wie unsere Nächte zurzeit sind, seht ihr daran, dass ich die Lieder im Morgenkreis beim Kindergarten meiner Tochter nicht singe, sondern gähne. Hier ist gerade nachts die reinste Party, nur ohne Discokugel. Die Bewegungen, die wir mit unserem Baby in der Trage machen, könnten ja vielleicht als Tänze durchgehen. Denn unser Baby mag es, wenn wir leichtfüßig über unseren Korkboden schweben. Und Musik haben wir auch. Vorzugsweise klassische Musik. „Schlaf, Kindchen, schlaf..“, „Weißt du wieviel Sternlein stehen…“. So gut, dass Daniel noch zu hause ist, bevor dann wieder der Urlaub die Arbeit beginnt. Unser Baby schafft auf jeden Fall genug Arbeitsplätze für zwei Volltags-Beschäftigte. Nur was die Vergütung angeht, da könnten wir nochmal ins Gespräch kommen. Das Schöne bei kurzen Nächten ist das Vogelzwitschern in der Frühe, der klare Sternenhimmel oder die Gebete, die du für dein Baby sprichst, während es eingekuschelt im Schlafsack in deinen Armen liegt. Aber wehe, du versuchst es wieder ins Bett zu legen. Dann geht hier eine Sirene los… Apropos nächtliche Ruhestörung. Die unterbrochenen Nächte führen auch dazu, dass man zu aufmerksamen Nachbarn wird. Letztens haben wir die Polizei gerufen, weil hier eine seltsame Gestalt an den Autos auf der Straße rumschnüffelte. Sogar in unserer Einfahrt! Und am Wochenende erst, weil sich Jugendliche meinten mit einem Messer angreifen zu müssen. Die Polizei kam viel zu spät und so mussten Daniel und ich auf die Straße und haben so laut die Jungs angeschrien, dass sie das Messer wieder wegsteckten. Ob es an meiner Stimme lag, dass wir sie in die Flucht schlugen, oder an meinem Erscheinungsbild sei dahingestellt. Barfuß, mit zerzausten lockigen Haaren…. ein Tag später hatten wir dann auch noch Kontakt mit dem Notarzt. Leider mussten wir ihn rufen, weil es meiner Oma nicht gut ging. Das Wochenende war recht actionreich, wie ihr merkt.

Aber es war auch schön. Nicht nur das Wetter war wunderbar, sondern auch der Besuch bei unseren lieben Freunden. Sobald ich ihre Haustür betreten habe, suchte ich meine Kamera. Mit Fotos aus diesem Haus könnte ich glatt die #instagraminteriorchallenge von Daniels Cousine Lilli aka kitschcanmakeyourich auf Instagram gewinnen. Unsere Freunde sind in so ein wunderschönes Haus gezogen, ich wollte mich am Abend gar nicht mehr verabschieden. Denn genauso stelle ich mir unser zukünftiges Eigenheim vor: Viel Holz, viel Weiß, viel Grün. Goldene Bilderrahmen, ein antikes Klavier, die Terrasse direkt neben dem Wohnzimmer und viel Raum zum Atmen. Und die Küche, ihr Lieben, ich sag’s euch: einfach traumhaft. Sie ist größer als unsere ganze Wohnung. Doch wisst ihr, was das Schönste an diesem Haus ist? Ja, sicherlich auch die stilvolle Einrichtung. Doch das, was es zu so einem geborgenen und gemütlichen Ort macht, ist vor allem die Liebe, die die Familie ausstrahlt. Diese natürliche Herzlichkeit. Diese Einfachheit. Diese Wärme. Erst durch diese Eigenschaften wird ihr Zuhause zu einem Zufluchtsort. Zu einem Heim, statt einem Haus. Zu einem Ort der Begegnung. Der Begegnung mit Gott.

Das Beste Interior, das wir für unsere vier Wände haben können, ist Gottes Liebe. Wenn sein Geist, unser Fundament ist und in jedem Detail unseres Hauses sichtbar wird, ja dann besitzen wir kein Eigenheim, sondern ein Traumhaus. Ein Traumhaus trotz chaotischer Realität, mit sauberen oder schmutzigen Fenstern, Babybrei am Fußboden, Geschwisterstreitigkeiten und familiärer Harmonie. Wenn Jesus in unserem Haus zuhause ist, dann sind wir wahre Glückspilze. So wie unsere Freunde.

Segenregen, Lena

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Mein Licht

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„Denn das Volk, das in der Dunkelheit lebt, sieht ein helles Licht.“ Jes. 9,1

Vor mehreren Tausend Jahren und heute nicht anders: So viel Dunkelheit um uns herum. Globale und lokale Dunkelheit in so vielen Orten und Herzen.

Und dann scheint da dieses Licht. Das viel stärker, kraftvoller und intensiver ist. Es ist so mächtig, dass die bedrückende und erschütternde Dunkelheit fliehen muss.

Denn dieses kraftvolle Licht heißt J.E.S.U.S.

Er ist das Licht dieser Welt.

Mein Licht.

An jedem neuen Tag.

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